Kubickis Luftnummer

Kubickis Luftnummer

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21.05.2018 Der Kieler Bundestagsabgeordnete Wolfgang Kubicki (FDP) hat für den Bauernbund Brandenburg ein Gutachten verfasst, in dem er die Ansicht vertritt, ein Wolf könne „in Notwehr“ erschossen werden, wenn er besonders wertvolle Nutztiere oder einen Hund angreift. Freilich nur in einem „eng begrenzten rechtlichen Rahmen.“ Notwehr ist laut Strafgesetzbuch „die Abwehr eines gegenwärtigen, rechtswidrigen Angriffs gegen sich oder einen anderen.“ Ein Tier kann sich gar nicht „rechtswidrig“ verhalten, und wenn der Angriff gegen eine „Sache“ gerichtet ist – Nutztiere sind juristisch gesehen „Sachen“ – dann kann das ebenfalls nicht Notwehr sein. Die Medien schreiben unisono von „Notwehr,“ nicht von „Nothilfe“

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Bad Wildbad: Wolf genetisch bestätigt

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20.05.2018 Wie vermutet war der „Täter“, der bei Bad Wildbad ein Massaker in einer ungenügend geschützten Schafherde angerichtet hat, ein Wolf – und zwar kein Unbekannter. Er ist seit November bestätigt und kommt vom Schneverdinger Rudel aus Niedersachsen. Das Areal um Bad Wildbad wird nun weiträumig als „Wolfsgebiet“ ausgewiesen. Hier müssen Weidetiere „besonders geschützt“ werden. Das Ministerium will in den nächsten Tagen eine Pressemeldung herausgeben, in der die Details nachzulesen sind. Geschlagene vier Wochen werden dann seit dem Vorfall vergangen sein. Seit Jahren weiß man in Stuttgart, dass die Wölfe vor der Türe stehen, und dass sie kommen, um zu

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Wölfe mit lebenden Schafen angelockt?

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20.05.2018 In Brandenburg ermittelt das Landeskriminalamt gegen zwei Jäger, die – so der Verdacht – Schafe auf einer Weide des Forstguts Johannismühle bei Baruth gehalten haben, um damit Wölfe anzulocken. Im Forstgut Johannismühle kommen nachweislich Wölfe vor. Die Weide wurde im Herbst 2017 eingerichtet für fünf Tiroler Bergschafe, allesamt Böcke, angeblich zu dem Zweck, die seltene Rasse zu erhalten. Am 17. April 2018 wurden drei der Schafe gerissen. Die Tierschutzorganisation PETA erstattete Anzeige. Die Tierschutzorganisation behauptet, der 90 cm hohe Strom führende Elektrozaun sei lückenhaft gewesen. Die Haltung der Schafe sei zu dem Zweck erfolgt, die Wölfe anzulocken. Die Jäger,

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Wer hilft Thorsten Rupp?

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17.05.2018 Thorsten Rupp ist Ziegenhalter mit 50 Ziegen und Schafen in Niederbayern und schützt seine Herde mit drei Kangalen (das sind türkische Herdenschutzhunde). Er hat Schilder mit „Vorsicht Herdenschutzhunde!“ aufgestellt, hat aber leider immer wieder das Problem, dass Anwohner und Wanderer falsch auf die Hunde reagieren. Deshalb ist er dringend auf der Suche nach einer Infotafel, wo den Leuten erklärt wird, wie sie auf die Hunde reagieren sollen. Wer weiß Rat? Tipps bitte an info@woelfeindeutschland.de.  

Der Wolf im Umweltausschuss des Bundestages

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15.05.2018 Am 18.04.2018 hatte der Umweltausschuss des Bundestages das Thema Wolf auf der Tagesordnung. Neun Sachverständige waren geladen, den Vorsitz führte Michael Thewes (SPD). Jeder Sachverständige hatte zunächst drei Minuten Redezeit für ein Eingangsstatement. Danach standen jeder Fraktion fünf Minuten für Fragen zur Verfügung. Die Besprechung dauerte etwa zwei Stunden. Sie kann im Internet unter diesem Link nachverfolgt werden. Ich gebe hier meinen subjektiven Eindruck wieder, gehe aber nicht auf alle Gesprächspunkte ein. Überraschend ist zunächst die Uneinigkeit im Lager der Nutzerverbände. Eberhard Hartelt vom Deutschen Bauernverband bemüht sich, die Anzahl der Wölfe in Deutschland auf über 1.000 zu Jahresbeginn

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Dänemark: Wolfsabschuss auf Video festgehalten

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29.04.2018 Auf einem Saatfeld irgendwo in Dänemark steht ein Wolf und betrachtet einen Traktor, der eine große Pflugschar durch den Ackerboden zieht. Schließlich trabt er los. Auf dem Feldweg zwischen dem Wolf und dem Traktor steht ein PKW, der nun ins Bild rückt. Im Hintergrund ist eine große Jagdkanzel zu sehen. Es knallt, und der Wolf stürzt zu Boden. Wirft sich im Todeskampf noch ein paarmal hoch, dann rührt er sich nicht mehr. Alles ist festgehalten mit einer Videokamera. Der Schütze, ein 66jähriger Jäger, wird noch am selben Tag ausfindig gemacht. Er gibt die Tat ohne weitere Umstände zu. Offenbar

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Blutige Walpurgisnacht: 50 tote Schafe auf einen Streich

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01.05.2018 Die Nachricht ist noch nicht bestätigt. Bei Bad Wildbad im Schwarzwald wurden in der Nacht zum 01.05. – Walpurgisnacht! – etwa 50 Schafe auf einer Weide gerissen. In dem fraglichen Gebiet ist seit Monaten ein Wolf unterwegs. Das Ereignis konnte also nicht überraschen. Überraschend ist allerdings, dass der Tierhalter seine Herde zwar in einem Elektrozaun hielt – aber darauf verzichtete, auch das Ufer der Enz abzuzäunen, an der die Herde gehalten wurde. Offenbar betrachtete er das Flüsschen – mehr ist die Enz dort nicht – als eine wirksame Barriere. Für diese Fehleinschätzung hat er nun eine böse Rechnung bekommen.

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Ohrdruf: drei Hybriden geschossen

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28.03.2018 Das Umweltministerium von Thüringen hat mitgeteilt, dass drei der Hybridwelpen geschossen worden sind. Ein vierter ist wahrscheinlich vom Zug überfahren worden. Die genetische Bestätigung wird in einigen Tagen erwartet. Über die näheren Umstände schweigt sich das Ministerium aus – völlig zu Recht; denn die Wolfshätschler machen vermutlich schon gegen die Aktion mobil. Man kann Wetten darauf abschließen, dass die ersten Klagen gegen das Ministerium und die Schützen bereits unterwegs sind. Beiden sind gute Nerven zu wünschen.

Frankreich: Neuer Managementplan für 500 Wölfe

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05.03.2018 Frankreich hat für die kommenden sechs Jahre einen neuen Wolfsmanagementplan aufgelegt. Hier die gekürzte Zusammenfassung eines Kommentars von Nick Huisman. In Frankreich leben zwischen 265 und 402 Wölfe (Stand März 2017). Jedes Jahr werden 10.000 Nutztiere getötet. Die Verluste durch herrenlose Hunde werden auf das Doppelte geschätzt. Der Managementplan sieht eine Kontrolle dieser Hunde vor. Weiterhin kommen jährlich etwa 120.000 Tiere auf der Weide durch andere Faktoren als Wölfe oder Hunde um. Von den insgesamt etwa 8,2 Mio Schafen und Ziegen in Frankreich töten die Wölfe jährlich etwa 0,1%. In Anlehnung an Empfehlungen von Wissenschaftlern strebt Frankreich eine Population

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Familie Wolf – gefährliche Nachbarn?

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Am Dienstag, 13.3.2018 um 20:15 Uhr, wird die zweite Dokumentation von Sebastian Koerner zum Wolfsverhalten „Familie Wolf – Gefährliche Nachbarn?“ in der WDR-Naturfilmreihe „Abenteuer Erde“ ausgestrahlt. Eine Wiederholung wird am 16.3.2018 um 14:30 Uhr gesendet.   https://www1.wdr.de/fernsehen/abenteuer-erde/sendungen/familie-wolf-gefaehrliche-nachbarn-100. Die Familie Wolf wurde im Herbst 2017 auf arte erstausgestrahlt und steht aktuell bis zum 16.3. in einer 52 min Langfassung in der arte-Mediathek: https://www.arte.tv/de/videos/061721-000-F/familie-wolf-gefaehrliche-nachbarn/  

Wolfspaar im Veldensteiner Forst bestätigt

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08.03.2018 Im Veldensteiner Forst in Bayern konnten an einem toten Hirschkalb erstmals genetische Spuren eines weiblichen und eines männlichen Wolfes nachgewiesen werden. Das weibliche Tier ist dort bereits seit April 2017 standorttreu. Der männliche Wolf ist ebenfalls bekannt: Er wurde im Februar 2017 auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr (30 km östlich vom Veldensteiner Forst) nachgewiesen, wo er anscheinend Kontakt zu dem dort seit 2017 lebenden Paar hatte. Dieses Paar hat offensichtlich keine Welpen aufgezogen, ist aber nach wie vor in Grafenwöhr zu Hause. Der kurzfristige Besucher hielt sich von Juli 2017 bis Januar 2018 auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels auf. Der liegt

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Thüringen: Hybriden weiter auf freiem Fuß

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09.03.2018 In Thüringen ist es nicht gelungen, die sechs schwarzen Hybridwölfe auf dem militärischen Übungsplatz Ohrdruf (oder auch nur einen einzigen von ihnen) einzufangen. Unter dem Druck von „Tierschützern“ hatte es das Ministerium nicht gewagt, die Tiere zum Abschuss freizugeben, wie es von Fachleuten, darunter auch der DBB Wolf, empfohlen worden war. Man hätte wissen müssen, dass das Fangen der Hybriden enorm schwierig werden würde. Abschuss wäre die einzige sinnvolle Maßnahme, eine naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung ohne weiteres zu bekommen gewesen. Diese Hybriden werden nicht die einzigen bleiben. Soll dann jedesmal aufs Neue so lange gezögert und gezaudert werden, bis die Chancen,

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Gemeinsames Wolfsmanagement in SW Deutschland

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06.03.2018 Die Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen wollen sich beim Wolfsmanagement zusammentun. Was genau sie wollen, ist den umfänglichen Presseberichten allerdings beim besten Willen nicht zu entnehmen. Man setze „konsequent auf Vorsorge,“ verkündet Umweltministerin Ulrike Höfken (Rheinland-Pfalz). Ach nein! Hallo Sachsen, Niedersachsen, Brandenburger – habt Ihr das gehört? Im Südwesten der Republik hat man anscheinend noch gar nichts davon mitbekommen, was Ihr seit Auftreten der Wölfe in dieser Hinsicht schon geleistet habt! In einer „bundesweit einmaligen Kooperationsvereinbarung“ wolle man sich um die „Besenderung von Wölfen“ (man hat gerade mal drei Einzeltiere in Baden-Württemberg), um den „Umgang mit auffälligen Tieren“ (in

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Brandenburg: Entnahme eines Rudels abgelehnt

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02.03.2018 In der Altmark, Brandenburg, hat ein Landwirt bei Dobbrikow wiederholt Rinder durch ein Wolfsrudel verloren. Das ist ärgerlich. Im Vertrauen auf die neue Wolfsverordnung des Landes hat der Eigentümer beantragt, dass das gesamte Rudel entnommen wird. Wie zu erwarten wurde der Antrag abgelehnt. Wolfsgegner, besonders der Bauernbund, sind darüber aufgebracht – offenbar hatte man überzogene Hoffnungen an die Verordnung geknüpft.  

Viele offene Fragen um gerissenen Jagdhund

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22.02.2018 Am 30.01.2018 wurde eine Deutsche Bracke auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz von einem Wolf getötet. Es ist der bisher einzige Fall in ca. 330 Rudeljahren. Durch genetische Analysen ist der Urheber zweifelsfrei als der Daubitzer Rudelführer identifiziert. Es war also nicht der polnische Wolf, der fünf Wochen vorher zwei Hunde getötet hat und als verhaltensauffälliger Wolf geschossen wurde. Der Eigentümer der getöteten Bracke hat einen detaillierten Bericht über das Geschehen auf der Website JAWINA veröffentlicht. Er wird hier gekürzt wiedergegeben. Bitte lesen Sie den Kommentar: Der Bericht wirft einige Fragen auf. Bericht zum Vorfall vom Eigentümer des Hundes Jan Prignitz:

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