Nachwuchs in Goldenstedt

Nachwuchs in Goldenstedt

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23.06.2017 Die Goldenstedter alias Vechta-Wölfin alias Barnstorfer Fähe scheint erstmals Nachwuchs bekommen zu haben. Im vergangenen Jahr wurde ein ca. 200 kg schweres Galloway-Jungrind nachweislich von zwei Wölfen gerissen. Der genetische Nachweis ergab die Beteiligung eines Rüden. Bekanntlich ist die Goldenstedter Wölfin durch zahlreiche Risse aufgefallen, was in Niedersachsen immer wieder heftige Auseinandersetzungen mit dem Wolfsmanagement ausgelöst hatte. Die Wölfin hat offenbar wiederholt Zäune überwunden, die dem geforderten Standardschutz entsprachen.

Joint venture

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02.07.2017 Die Wolfspopulation in Deutschland entwickelt sich rasant, das stimmt. Die Zuwachsrate liegt bei etwa 35 % pro Jahr. Aber der IG Sichere Weidewirtschaft bzw. dem eifrigen Betreiber ihrer Website Peter Brandt, ist das nicht schnell genug. Für den Herbst 2017 prognostiziert er einen „Mindestbestand“ von 2.000 Wölfen in Deutschland. Das wären mehr als 200 Rudel. Die Zahlen habe man „aus der Jägerschaft“ und aus der Website Wolfszone. „Auf die offiziellen Zahlen, wenn es die überhaupt gibt,“ meint Brandt, könne man sich nicht verlassen, denn es sei von vornherein klar: „Verschweigen und Abwiegeln“ sei System. „Nach Adam Riese könnte das Jahr

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Wolfsjagd 2017 in Schweden

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23.06.2017 Zu Beginn des Jahres 2017 sind in Schweden erneut 25 Wölfe in einem vom Schwedischen Reichstag beschlossenen Programm geschossen worden. Damit soll die Population auf dem gegenwärtigen Stand von etwa 300 Tieren gehalten werden. Die Abschussquote wurde auf vier Provinzen verteilt, die ihrerseits bestimmten, in welchen Rudelterritorien die Abschüsse erfolgen sollten. Das Abschussprogramm ist nicht im Einklang mit der FFH-Richtlinie, zu deren Einhaltung Schweden als EU-Mitglied verpflichtet ist. Die schwedische Regierung liegt deshalb seit Jahren im Streit mit der Naturschutz-Kommission der EU. Dankenswerter Weise hat Peter Peuker den Bericht der Staatlichen Veterinärmedizinischen Anstalt Uppsala ins Deutsche übersetzt. Lesen Sie

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Nix Neues? Von wegen!

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An dieser Stelle gebe ich immer meinen Senf zu wolfs-aktuellen Dingen im Lande. Diesmal nicht. Ich habe gerade anderes zu tun. Es ist endlich Sommer, da muss auch mal Zeit sein für profane Dinge – radeln, paddeln, fischen, wandern, Rückhand verbessern. Bin auch dabei, WOLFSITE leserfreundlicher umzustellen, aber das dauert. Ich bin bloß Amateur. Aber immer offen für Vorschläge – haben Sie welche? Dann her damit! Es gibt ein paar aktuelle Nachrichten, auf die ich Sie trotzdem zeitnah aufmerksam machen möchte. Klicken Sie sich also rein in die neuen Artikel in AKTUELL. Für Wolfsfreunde in Bayern weise ich besonders auf das Wolfsseminar des ÖJV in

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ÖJV-Seminar: Der Wolf kommt – auch nach Bayern!

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19.06.2017 Am Samstag, den 01.07.2017, 10:00 Uhr, lädt der ÖJV Bayern zu seinem Sommerseminar in Freising ein – Thema: Der Wolf kommt nach Bayern! Gut getimt; denn der Wolf ist ja schon da. Und das Programm verspricht einen spannenden Tag. Mit Marco Heurich (Nationalpark Bayerischer Wald), Georg Höllbacher (Österreich) und dem Wolfskenner und Tierfilmer Sebastian Koerner (Sachsen) hat der ÖJV Bayern hervorragende Referenten gewonnen (ja, ich bin auch dabei). Sehen Sie selbst auf der Homepage des ÖJV Bayern: www.oejv-bayern.de. Für alle, die ins Internet nicht reinfinden – hier die Adresse: Gebäude F9 (Forstwirtschaft), Carl-von-Carlowitz-Platz 3, 85354 Freising Eine Änderung, die

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Hybriden in Tschechien

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16.06.2017 Nur einer der immer wieder fotografierten und gefilmten Tiere im Schluckenauer Zipfel ist tatsächlich ein Wolf: Die Mutter der kleinen Familie. Der Vater ist ein Hund, wie das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ jetzt unter Berufung auf genetische Untersuchungen der Prager Charles-Universität und des deutschen Labors für Naturschutzgenetik am Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen mitteilte. Demnach sind die drei Jungtiere aus der Region Rumburk (Rumburg) Mischlinge beziehungsweise Hybriden. Zwei der Jungtiere sind bereits tot. Einer starb bei einem Autounfall, der Zweite wurde von einem Jäger erlegt. Das tschechische Umweltministerium habe die örtlichen Jäger mit dem Abschuss des dritten Tieres beauftragt. Grund

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Niedersachsen: Weil will weniger Wölfe

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12.06.2017 Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil hat sich dafür ausgesprochen, den Bestand an Wölfen auf ein „vernünftiges Maß“ zu begrenzen. In der Neuen Osnabrücker Zeitung plädierte der SPD-Politiker dafür, verhaltensauffällige Wölfe „konsequenter aus dem Bestand zu nehmen“. Er wolle mit der Bundesregierung intensiv darüber sprechen, welche Möglichkeiten es gibt, vor allem in Schwerpunktregionen den Bestand von Wölfen zu begrenzen, sagte Weil. „Ich nehme die Ängste und Sorgen der Menschen ausgesprochen ernst“, betonte der Ministerpräsident. Er denke dabei auch an die Interessen von Nutztierhaltern, die Schäden durch Wolfsrisse beklagen. „Dass die Entschädigungen unbürokratisch und in angemessener Höhe erfolgen müssen und wir

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Biosphere Expeditions startet Projekt in Niedersachsen

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13.06.2017 In Niedersachsen startet in Kooperation mit dem Wolfsbüro die erste Wolf-Bürgerwissenschaftler-Expedition von Biosphere Expeditions auf deutschem Boden. Teilnehmer aus aller Welt werden einen Monat lang in Kleingruppen nach Wolfshinweisen suchen. Wolfsberater Peter Schütte koordiniert dabei die Feldarbeit in Zusammenarbeit mit Wolfsberater-Kollegen. Die gemeinnützige, vielfach ausgezeichnete Naturschutzorganisation Biosphere Expeditions hat die Teilnehmer rekrutiert und stellt Logistik und Ausrüstung sowie die Expeditionsleiterin.​ Peter Schütte freut sich, dass „nach mehrjähriger Vorbereitungszeit die Expedition so gut angenommen wurde. Mit Teilnehmern aus Deutschland und Europa hatte ich gerechnet, aber nicht mit Interesse aus Kanada, Singapur, Indien und sogar Australien. Daran sieht man sehr gut, welche Faszination der

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Die neue Wolfseite der DBB-Wolf

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07.06.2017 Die vor Jahresfrist eingerichtete Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf ist seit einigen Tagen im Internet mit einer Website vertreten: www.dbb-wolf.de. Na endlich. Jahrelang habe ich darauf gewartet, dass sich der Bund (wer sonst) dranmacht, das Wolfsgeschehen zu dokumentieren und für die Öffentlichkeit darzustellen. „Für die Öffentlichkeit“ ist diese Seite allerdings nicht gemacht, sondern für die Behörden und Verwaltungen, die mit dem Thema Wolf konfrontiert sind. Der Nutzer wird sich also auf eher dürre Mitteilungen, Statistiken, Tabellen u. dgl. einstellen müssen. Auch ist die Seite erst im Entstehen, und viele drängende Themen konnten noch gar nicht angesprochen, geschweige

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Die Wolfs-Verordnung: viel Wind um nichts

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31.05.2017 In Brandenburg ist seit Monaten eine Wolfs-Verordnung im Gespräch. In diesen Tagen ist den Verbänden der erste Entwurf zur Stellungnahme zugegangen. Besonders die Nutztierhalter erwarten von der Wolfs-VO ein härteres – oder besser: überhaupt ein Vorgehen gegen Wölfe. Manche Politiker haben den Eindruck, es müsse etwas „gegen die Wölfe“ getan werden, durch zwiespältige oder populistische Äußerungen befeuert. Das gilt nicht nur für Brandenburg, das in jüngster Zeit gleich mehrfach mit Initiativen zur Lösung des „Wolfsproblems“ von sich reden gemacht hat. Es gilt auch für Mecklenburg-Vorpommern mit gerade mal drei Wolfsrudeln. Es gilt auch für Bayern mit noch gar keinem.

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Der Rettungswagen für Wölfe schließt eine Gesetzeslücke

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29.05.2017 In der Rubrik Isegrim habe ich am 15.01.2017 eine Glosse veröffentlicht („Ein Rettungswagen für Wölfe“). Mir hat schon damals der abfällige Ton nicht geschmeckt, den der Autor Gert G. von Harling (ausgewiesener Wolfsberater in Niedersachsen) da angeschlagen hatte. Nun haben sich die beiden Ideengeber des Transportanhängers mit einer Stellungnahme gemeldet, die ich den Lesern von WOLFSITE nicht vorenthalten möchte und hier gekürzt wiedergebe. Am 19.01.2017 hat die Region Hannover einen speziell ausgerüsteten PKW-Anhänger seiner Bestimmung an die Wolfsberater und Amtsveterinäre übergeben. Dieser Anhänger wird für den maximalen Schutz der Einsatzkräfte, die verkehrsgerechte Sicherung der Unfallstelle, sowie eine tier- und

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Niedersachsen – schon wieder?

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20.05.2017 Zeitgleich mit der Meldung, MT6 (vulgo „Kurti“) sei nun ausgestopft im Landesmuseum Hannover zu besichtigen, wird mir eine Videosequenz von einem neuen Problemwolf-Kandidaten zugespielt. Wieder aus Niedersachsen, diesmal aus der Göhrde. Ziemlich sicher ein Jährling. Unbedarft springt er mehrmals spielerisch auf ein Fahrzeug mit zwei Landwirten zu, die ihn dabei filmen. „Weg, weg!“ hört man einen rufen. Damit lässt er sich vertreiben, kommt aber immer wieder zurück. Schließlich bleibt er unschlüssig auf Steinwurfweite stehen.   Mir fällt zu dieser Aufnahme eine Menge ein. „Der Wolf ist scheu und meidet den Menschen,“ heißt es in Merkblättern. Dieser nicht. „Die Wölfe

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Hat jemand Angst vorm Goldschakal?

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23.05.2017 Am 15.05.2017 wurde auf der A9 im bayerischen Landkreis Freising ein Goldschakal überfahren. Dies ist der zweite Nachweis für Bayern. Erstmals war ein Goldschakal im Nationalpark Bayerischer Wald im Jahr 2012 durch ein Fotofallenbild nachgewiesen worden. Auch in Schleswig-Holstein ist der kleine Vetter des Wolfes unterwegs. Im März waren im Kreis Dithmarschen drei Schafe angegriffen und verletzt worden. Die Analyse von vier Genetikproben durch das Institut Senckenberg ergab als Verursacher einen Goldschakal. Die nächstgelegenen Populationen dieses koyotenähnlichen Wolfsverwandten leben in Ungarn und östlich davon. Einzeltiere werden zunehmend im Westen beobachtet, manche sind bis nach Dänemark und ins Baltikum gekommen.

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MT6 im Landesmuseum Hannover

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20.05.2017   MT6, der erste und bisher einzige „Problemwolf“ seit Isegrims Rückkehr nach Deutschland, kann jetzt im Landesmuseum Hannover besichtigt werden. Mit stolz erhobenem Haupt steht „Kurti“, wie er von Wolfsliebhabern getauft worden war, bis 15. Oktober 2017 ausgestopft in der Ausstellung „Der Wolf. Ein Wildtier kehrt zurück“. Über das Drama mit diesem Jungwolf, der anfangs 2015 durch seine geringe Scheu vor Menschen aufgefallen, im Juni gefangen und mit einem Halsbandsender versehen wieder freigelassen, schließlich erfolgslos vergrämt und im April 2016 erschossen worden war, hat WOLFSITE wiederholt berichtet. Die stolz erhobene Haltung, die der nur zwei Jahre alt gewordene Wolf

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Fragwürdige Genanalyse: keine Wölfe bei Rottweil

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22.05.2017 Nicht jede Gen-Analyse liefert verlässliche Beweise. Das zeigt ein Fall bei Rottweil in Baden-Württemberg. Dort war am 21. und nochmals am 29.04. jeweils ein gerissenes Schaf gemeldet worden. Der Schäfer hatte Wölfe im Verdacht. Bei der Kontrolle durch Fachleute der Forstlichen Versuchsanstalt Freiburg wurden keine Hinweise auf Wolf, sehr wohl aber ständige Anwesenheit von Fuchs festgestellt. Auch die Untersuchung der toten Schafe ergab keine wolfstypischen Verletzungen oder Fraßspuren, sondern deutete auf Fuchs. Beim ersten Schaf wurde starker Parasitenbefall als wahrscheinliche, beim zweiten Schaf als sichere Todesursache festgestellt. Der Wolf wurde aufgrund der Spurenlage und der Kadaveruntersuchung als Verursacher ausgeschlossen. Aufgrund dieses Befundes wurde

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