Techtelmechtel mit Dunja

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09.08.2017 Dunja Hayali ist eine respektable Journalistin, bekannt für Unerschrockenheit, unbequeme Fragen und präzise Recherche. Am 09. August brachte sie in ihrer Abendsendung im ZDF einen Beitrag (ab Minute 50) über unsere Wölfe. Im Vorfeld hatte die Redaktion sich bei mir nach guten fachlichen Kontakten erkundigt, die konnte ich liefern. Für die Hayali tu ich alles, sagte ich noch. Eine Teilnahme an der Sendung hatte ich abgelehnt, der Aufwand schien mir unangemessen. Aber an fachlicher Kompetenz war dem ZDF gar nichts gelegen. Als „Fachmann“ erschien: Andreas Kieling. Derselbe Kieling, der bekanntlich vor drei Jahren einen Film über die Wölfe der Lausitz

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Wolfsbestand in West-Polen wächst weiter

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19.07.2017 Die Zahl der Wolfsrudel im westlichen Polen und nahe der Grenze zu Deutschland ist weiter angestiegen. Das belegen die Ergebnisse des vom IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) und der Naturschutzstiftung EuroNatur finanzierten Wolfsmonitorings, das die polnische Naturschutzorganisation Association for Nature Wolf (AfN Wolf) durchführt und zu dem nun ein aktueller Bericht vorliegt. Die Wissenschaftler schätzen den Wolfsbestand zum Ende des Monitoring-Jahres 2016/17 westlich der Weichsel auf insgesamt 60 Rudel und Wolfspaare – so viele wie noch nie seit Beginn der Datenerhebungen. Wolfhotspots im westlichen Polen bilden die Wälder von Notec (bei Pila), bei Drawno und bei Walcz. Hier leben derzeit 15

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Baden-Württemberg: Schluchseewolf kam aus Niedersachsen

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24.07.2017 Wie kommt ein Wolf in den Schwarzwald? Ganz einfach: Er läuft in Schneverdingen (Niedersachsen) los, im Kopf das Ziel „nach Süden! Nach Süden!“ Quert Schnellstraßen und Autobahnen, oben drüber oder drunter weg, dazu noch jede Menge Landstraßen, Auto links, Auto rechts, läuft unbeirrt durch den dichtest besiedelten Teil dieses Deutschlands, das wiederum eins der dichtest besiedelten Länder der ganzen Welt ist – und kommt nach ungefähr 600 km über Land nach Überlingen am Bodensee. Macht einen Umweg über die Baar, einem Teil der Schwäbischen Alb, und wird schließlich tot im Schluchsee gefunden. Ertrunken ist er sicher nicht. Eine Wunde

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Welpennachweis im Nationalpark Bayerischer Wald

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28.07.2017 Die gute Nachricht zuerst: Das Wolfspaar im Nationalpark Bayerischer Wald, das seit November vorigen Jahres bestätigt ist, hat mindestens der Welpen. Die Eltern sind gemischter Herkunft: Die Wölfin stammt aus der mitteleuropäischen Flachlandpopulation, also NO-Deutschland oder Westpolen, konnte allerdings genetisch keinem der bekannten Rudel zugeordnet werden. Der Rüde dagegen ist aus der norditalienischen Population zugewandert. Verständigungsprobleme scheinen die beiden nicht gehabt zu haben. Beide müssen mehrere hundert Kilometer zurückgelegt haben, bis sie sich fanden. Stoff für großes Kino! Kaum bemerkt von der Öffentlichkeit waren Mitte Juli im unmittelbar angrenzenden tschechischen Nationalpark Sumava, nämlich bei Borova Lada, unweit der bayerischen

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Der Verein Wolfsschutz-Deutschland

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14.07.2017 Ich bin kein Facebooknutzer. Nun habe ich erfahren, dass dort ein Streit über die Notiz entbrannt ist, die ich auf WOLFSITE in der Rubrik ISEGRIM über den Verein Wolfsschutz-Deutschland untergebracht habe. Ich bin gebeten worden, den Hintergrund darzustellen. Nun gut – der Reihe nach. Auf die Gründung des Vereins Wolfsschutz-Deutschland bin ich durch eine Pressemeldung am 23.06. auf INAR gestoßen. Weil ich den Verein auf WOLFSITE vorstellen wollte, habe ich bei Brigitte Sommer, die als Pressesprecherin genannt wird, per E-Mail angefragt, ob ich dazu ein paar Fragen stellen könnte. Ja, gerne, war die Antwort, vielleicht würde das auch der

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Wolfsseminar des ÖJV Bayern

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01.07.2017 Wenige Wochen nach dem Symposium des Bayerischen Landesjagdverbandes zu Wolf und Luchs hat auch der ÖJV Bayern eine Wolfsveranstaltung durchgeführt. Marco Heurich, der die Wildforschung im Nationalpark Bayerischer Wald leitet, vermittelte in das delikate Verhältnis von Beutetieren und Beutegreifern tiefe Einsichten, die sich in den letzten Jahren durch viele wissenschaftliche Untersuchungen deutlich gewandelt haben. Sebastian Koerner, Sachsen, stellte die rechtliche Situation und die bisherige Entwicklung der Wolfspopulation in Deutschland dar und hielt nach der Mittagspause die Teilnehmer mit seinen spannenden Filmszenen von deutschen Wölfen in Stimmung. Ein Highlight war Georg Höllbacher, Kopf der Beratungsstelle Herdenschutz in Österreich: Ein Mann, dem keiner was vormacht auf

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Eine veritable Bauchlandung

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05.07.2017 Brandenburg ist mit seinem ersten Entwurf für eine Wolfs-Verordnung auf den Bauch gefallen. In ersten Reaktionen von Verbänden und auch Einzelpersonen waren bereits zahlreiche Widersprüche und Unzulänglichkeiten bemängelt worden. Nun hat die neue Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes Wolf (DBB-Wolf) eine dreizehnseitige fachliche (nicht: juristische!) Stellungnahme abgegeben. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat sie umgehend an die Verbände und NGOs weiter gegeben. Das ist sehr zu begrüßen. Es geht um den „Entwurf der Verordnung über die Zulassung von Ausnahmen von den Schutzvorschriften für den Wolf zur Tötung von schwerst verletzten Wölfen und zur Vergrämung oder Entnahme von Wölfen mit

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Der Wolf ist zurück in Dänemark

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03.07.2017 Dänemark meldet die ersten Wolfswelpen seit rund zweihundert Jahren. Ein Wolfspaar, das seit einigen Monaten in Westjütland bestätigt war, hat acht Welpen geboren. Am vergangenen Wochenende tapsten sie an einer Wildkamera vorbei, die eigens zum Nachweis einer Repro-duktion aufgestellt worden war. Da waren nur drei Welpen zu sehen, aber inzwischen hat ein Jäger sage und schreibe acht Welpen beobachtet. „Zu viele!“ sei seine erste Reaktion gewesen. Die junge Familie ist in einem großen staatlichen Naturgebiet zu Hause. Der genaue Ort der Beobachtung wird nicht mitgeteilt, weil man Störungen vermeiden möchte. Erste Wolfsbeobachtungen gab es bereits 2012, vorübergehend war sogar

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Nachwuchs in Goldenstedt

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23.06.2017 Die Goldenstedter alias Vechta-Wölfin alias Barnstorfer Fähe scheint erstmals Nachwuchs bekommen zu haben. Im vergangenen Jahr wurde ein ca. 200 kg schweres Galloway-Jungrind nachweislich von zwei Wölfen gerissen. Der genetische Nachweis ergab die Beteiligung eines Rüden. Bekanntlich ist die Goldenstedter Wölfin durch zahlreiche Risse aufgefallen, was in Niedersachsen immer wieder heftige Auseinandersetzungen mit dem Wolfsmanagement ausgelöst hatte. Die Wölfin hat offenbar wiederholt Zäune überwunden, die dem geforderten Standardschutz entsprachen.

Joint venture

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02.07.2017 Die Wolfspopulation in Deutschland entwickelt sich rasant, das stimmt. Die Zuwachsrate liegt bei etwa 35 % pro Jahr. Aber der IG Sichere Weidewirtschaft bzw. dem eifrigen Betreiber ihrer Website Peter Brandt, ist das nicht schnell genug. Für den Herbst 2017 prognostiziert er einen „Mindestbestand“ von 2.000 Wölfen in Deutschland. Das wären mehr als 200 Rudel. Die Zahlen habe man „aus der Jägerschaft“ und aus der Website Wolfszone. „Auf die offiziellen Zahlen, wenn es die überhaupt gibt,“ meint Brandt, könne man sich nicht verlassen, denn es sei von vornherein klar: „Verschweigen und Abwiegeln“ sei System. „Nach Adam Riese könnte das Jahr

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Wolfsjagd 2017 in Schweden

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23.06.2017 Zu Beginn des Jahres 2017 sind in Schweden erneut 25 Wölfe in einem vom Schwedischen Reichstag beschlossenen Programm geschossen worden. Damit soll die Population auf dem gegenwärtigen Stand von etwa 300 Tieren gehalten werden. Die Abschussquote wurde auf vier Provinzen verteilt, die ihrerseits bestimmten, in welchen Rudelterritorien die Abschüsse erfolgen sollten. Das Abschussprogramm ist nicht im Einklang mit der FFH-Richtlinie, zu deren Einhaltung Schweden als EU-Mitglied verpflichtet ist. Die schwedische Regierung liegt deshalb seit Jahren im Streit mit der Naturschutz-Kommission der EU. Dankenswerter Weise hat Peter Peuker den Bericht der Staatlichen Veterinärmedizinischen Anstalt Uppsala ins Deutsche übersetzt. Lesen Sie

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Nix Neues? Von wegen!

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An dieser Stelle gebe ich immer meinen Senf zu wolfs-aktuellen Dingen im Lande. Diesmal nicht. Ich habe gerade anderes zu tun. Es ist endlich Sommer, da muss auch mal Zeit sein für profane Dinge – radeln, paddeln, fischen, wandern, Rückhand verbessern. Bin auch dabei, WOLFSITE leserfreundlicher umzustellen, aber das dauert. Ich bin bloß Amateur. Aber immer offen für Vorschläge – haben Sie welche? Dann her damit! Es gibt ein paar aktuelle Nachrichten, auf die ich Sie trotzdem zeitnah aufmerksam machen möchte. Klicken Sie sich also rein in die neuen Artikel in AKTUELL. Für Wolfsfreunde in Bayern weise ich besonders auf das Wolfsseminar des ÖJV in

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ÖJV-Seminar: Der Wolf kommt – auch nach Bayern!

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19.06.2017 Am Samstag, den 01.07.2017, 10:00 Uhr, lädt der ÖJV Bayern zu seinem Sommerseminar in Freising ein – Thema: Der Wolf kommt nach Bayern! Gut getimt; denn der Wolf ist ja schon da. Und das Programm verspricht einen spannenden Tag. Mit Marco Heurich (Nationalpark Bayerischer Wald), Georg Höllbacher (Österreich) und dem Wolfskenner und Tierfilmer Sebastian Koerner (Sachsen) hat der ÖJV Bayern hervorragende Referenten gewonnen (ja, ich bin auch dabei). Sehen Sie selbst auf der Homepage des ÖJV Bayern: www.oejv-bayern.de. Für alle, die ins Internet nicht reinfinden – hier die Adresse: Gebäude F9 (Forstwirtschaft), Carl-von-Carlowitz-Platz 3, 85354 Freising Eine Änderung, die

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Hybriden in Tschechien

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16.06.2017 Nur einer der immer wieder fotografierten und gefilmten Tiere im Schluckenauer Zipfel ist tatsächlich ein Wolf: Die Mutter der kleinen Familie. Der Vater ist ein Hund, wie das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ jetzt unter Berufung auf genetische Untersuchungen der Prager Charles-Universität und des deutschen Labors für Naturschutzgenetik am Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen mitteilte. Demnach sind die drei Jungtiere aus der Region Rumburk (Rumburg) Mischlinge beziehungsweise Hybriden. Zwei der Jungtiere sind bereits tot. Einer starb bei einem Autounfall, der Zweite wurde von einem Jäger erlegt. Das tschechische Umweltministerium habe die örtlichen Jäger mit dem Abschuss des dritten Tieres beauftragt. Grund

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Niedersachsen: Weil will weniger Wölfe

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12.06.2017 Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil hat sich dafür ausgesprochen, den Bestand an Wölfen auf ein „vernünftiges Maß“ zu begrenzen. In der Neuen Osnabrücker Zeitung plädierte der SPD-Politiker dafür, verhaltensauffällige Wölfe „konsequenter aus dem Bestand zu nehmen“. Er wolle mit der Bundesregierung intensiv darüber sprechen, welche Möglichkeiten es gibt, vor allem in Schwerpunktregionen den Bestand von Wölfen zu begrenzen, sagte Weil. „Ich nehme die Ängste und Sorgen der Menschen ausgesprochen ernst“, betonte der Ministerpräsident. Er denke dabei auch an die Interessen von Nutztierhaltern, die Schäden durch Wolfsrisse beklagen. „Dass die Entschädigungen unbürokratisch und in angemessener Höhe erfolgen müssen und wir

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