Sehr geehrter Herr Minister Lies,

Sehr geehrter Herr Minister Lies,

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20.04.2019 Schon wieder haben Sie Ärger mit den Wölfen. Sie lassen nichts unversucht, damit der Rodewaldwolf „entnommen“ werden kann. Die Beweislage ist dünn, und die FFH-Richtlinie bietet keine Handhabe für diesen Eingriff. Der wirtschaftliche Schaden, den man dem Wolf GW717m anlasten kann, ist mit etwa 2.200 Euro lächerlich gering im Vergleich zu den Kosten, die für das Land bereits aufgelaufen sind. In Geld nicht zu messen ist der Schaden, den das Ansehen Ihres Ministeriums durch diesen unsäglichen Vorgang genommen hat. Ein Ende der Misere ist noch lange nicht in Sicht. Mir liegt es fern, diesen Wolf, der zweifellos einiges auf

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Der Rodewaldwolf: ein Testfall für den Umweltmister

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13.03.2019 Es will keine Ruhe einkehren im Wolfsgeschehen von Niedersachsen. Kaum ist der bissige Friedhofswolf von Steinberg vom Tisch, hat Umweltminister Olaf Lies schon ein neues Opfer gefunden: den Leitwolf des Rodewaldrudels. Weil dieser Wolf durch Genanalysen für mehrere Übergriffe auf Nutztiere, darunter auch Kälber und Fohlen, als verhaltensauffällig eingestuft worden ist, darf er „entnommen“ werden. Die Datenlage ist alles andere als niet- und nagelfest, den NLWKN (die Fachbehörde, die die Entnahme genehmigen bzw. anordnen muss) hat sich geschlossen gegen die Entnahme ausgesprochen, der Freundeskreis frei lebender Wölfe hat die Anordnung auf dem Gerichtsweg angefochten, aber das Gericht hat die Anfechtung

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Der Handlungsvorschlag des Forums Natur: ein Etikettenschwindel

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15.01.2019 Das FORUM NATUR hat zu Beginn des Jahres einen Handlungsvorschlag für ein praxisorientiertes Wolfsmanagement in der Kulturlandschaft Deutschlands vorgelegt. Und sich damit auch gleich als Sprachrohr der traditionellen Jägerschaft geoutet. Die „Projektleitung“ lag mit H. Dammann-Tamke (Niedersachsen) und D.-H. Wellershoff (Brandenburg) bei den Präsidenten der jeweiligen Landesjägerschaften. Dr. A. Winter und Friedrich von Massow aus dem Präsidium des Deutschen Jagdverbandes bildeten mit Gregor Beyer (Forum) die Redaktion, die wissenschaftliche Beratung oblag Prof. Dr. Dr. Sven Herzog. Andere Verbände, die im Forum Natur versammelt sind (darunter Bauern, Waldbesitzer, Jagdgenossenschaften, Weinbauern, Fischer und Angler) werden nicht genannt. Wer will, kann daraus

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Kaffeekränzchen bei Svenja Schulze?

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07.01.2019 In den nächsten Tagen will sich Julia Klöckner (CDU) mit Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) treffen und über Wölfe reden. Vermutlich will die Bundeslandwirtschaftsministerin ausloten, ob man nicht endlich Wölfe schießen kann. Wenn sie „nur“ Problemwölfe meint, sollte sie zuhause bleiben und sich wichtigeren Dingen zuwenden. Wahrscheinlich aber meint sie Abschüsse zur „Populationsbegrenzung.“ Das hat sie gleich zu Beginn ihrer Amtszeit verlauten lassen und seither ständig wiederholt. Mit diesem Ansinnen ist sie in prominenter Gesellschaft. Quer durch fast alle Parteien, die Grünen ausgenommen, sehen Politiker die Lösung von Konflikten im Schießen von Wölfen statt im Schützen von Weidetieren. Auch Frau

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Bürgerwissenschaftler begegnen deutscher Obrigkeit

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27.12.2018 Zunächst die gute Nachricht: Das ist der Bericht von Biosphere Expeditions Deutschland über einen Einsatz von Bürgerwissenschaftlern in Niedersachsen im Jahr 2017. Die schlechte Nachricht ist der Umgang des Jagd-verbandes, der Grundeigentümer und sogar der Landesforstverwaltung mit dieser seit Jahrzehnten weltweit agierenden Naturschutzorganisation. Die ganze Geschichte ist hervorragend dokumentiert, aber so umfangreich, dass ich sie nicht in ein oder zwei kurzen Texten unterbringe. Dennoch meine ich, sie sagt viel aus darüber, wie offizielle Stellen und politische Mandatsträger mit dem Thema Wolf, überhaupt mit engagierten Bürgern und mit Naturschutzorganisationen umgehen, und auch darüber, mit welcher Anmaßung und Arroganz sie das

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Aus Mangel an Beweisen

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09.12.2018 Der DNA-Test des Instituts Senckenberg an sieben Proben hat keinen Nachweis dafür ergeben, dass bei dem ominösen „Wolfsangriff“ in Steinfeld ein Wolf beteiligt war. Es wurden Katzen- und Hundehaare am Pullover des betroffenen Arbeiters nachgewiesen. Nichts an dem Hammer, mit dem er dem Tier auf die Pfote gehauen hatte. Vor der Presse betonte Umweltminister Olaf Lies (SPD) zum wiederholten Mal, er habe sich „ein anderes Ergebnis des Tests gewünscht.“ Denn „wären Wolfsspuren festgestellt worden, wäre eine Tötung unumgänglich gewesen.“ Hier der Link zum Pressegespräch:  https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Wolfs-Attacke-Spuren-liefern-keinen-Nachweis,pk180.html Der Umweltminister erläuterte, wie er sich diese Tötung vorgestellt hätte. Dann wäre geschossen und/oder

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Vom Wolf gebissen?

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29.11.2018 Darauf haben manche schon lange gewartet: Ein Mensch ist von einem Wolf angegriffen und gebissen worden. Wirklich? War es ein Wolf? Und war es ein Angriff? Es gibt keine Zeugen für den Vorfall, und die Analyse ist noch nicht abgeschlossen. Mit diesen Vorbehalten hier eine Einschätzung, zugegeben weit ab vom Geschehen. Was ist passiert? In Steinfeld, Samtgemeinde Bülstedt in Niedersachsen, ist ein Gemeindearbeiter damit beschäftigt, den Friedhofszaun zu reparieren. Am Boden hockend wird er von einem Wolf (glaubt er), der sich ihm unbemerkt von hinten genähert hat, in den Unterarm gebissen. Der Mann wehrt sich, indem er dem Tier

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Ein bisschen ausgestorben

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25.11.2018 Prof. Hans-Dieter Pfannenstiel hat sich wieder mal zum Wolf geäußert, diesmal im Celler Kurier. Der Wolf, meint er, sei „bei uns nie richtig ausgestorben.“ Diesen Unfug hat Gregor Beyer vom Forum Natur in die Welt gesetzt, Pfannenstiel betet ihn nach. Ich wüsste von den beiden Herren gerne, wie man eigentlich „richtig“ ausstirbt? Das ist wie „ein bisschen schwanger“. Das Kriterium für „Ausgestorben“ ist eindeutig: Eine Tierart, die sich nicht reproduziert (keine Jungtiere aufzieht), gilt in dem betreffenden Gebiet als ausgestorben. So war es in Deutschland mit dem Wolf über hundert Jahre lang. Dass gelegentlich Wölfe aus dem Osten eingewandert

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Dampfgeplauder oder Paradigmenwechsel?

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07.11.2018 Die Umweltminister-konferenz (UMK) der Länder tagt gerade in Bremen. Auf der Tagungsordnung steht auch der Wolf. In einer Presseerklärung hat der Deutsche Jagdverband (DJV) schon mal gefordert, „endlich konkrete Lösungen für den Umgang mit verhaltensauffälligen Wölfen zu präsentieren.“ Das Bundesnaturschutzgesetz solle novelliert werden, denn eine angepasste, nachhaltige Entnahme von Einzeltieren oder Rudeln, meint der DJV, widerspreche nicht dem Schutzzweck. Doch. Widerspricht ihm auf der ganzen Linie. Zunächst ist eine „nachhaltige Entnahme“ schon vom Begriff her sinnwidrig. Das würde ja bedeuten, dass man ständig verhaltensauffällige Wölfe planmäßig produziert, um sie dann entnehmen zu können. An was diese Entnahme „angepasst“ sein

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Lehren aus dem Fall Dauban

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13.10.2018 Seit 18 Jahren sind die Wölfe in Deutschland zurück. Aber die Reaktionen auf blutige Wolfsereignisse sind immer noch die gleichen: Als erstes werden Abschüsse gefordert – von Einzelwölfen, von gesamten Rudeln, von Wölfen überhaupt. Dass solche Forderungen von unmittelbar betroffenen, aufgeregten Tierhaltern kommen, kann man verstehen. Dass sich Behörden aufführen, als hätten sie sich nicht an Verwaltungsregeln zu halten, ist allerdings schwer erträglich. Und dass Politiker im Ministerrang mit ihren Äußerungen den Eindruck vermitteln, sie hätten das Gesetz nicht gelesen oder stünden gar über diesem, ist nicht schwer, sondern überhaupt nicht auszuhalten. Der Fall Dauban ist noch lange nicht

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Wohin führt der Bayerische Weg?

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01.10.2018 Der Schlagabtausch, den die Süddeutsche Zeitung erwartet hatte (siehe AKTUELL), hat sich in Grenzen gehalten. Als ob in 14 Tagen keine Wahl stattfände und als ob die schweren rechtlichen Bedenken gegen den „Aktionsplan Wolf“ nicht weiter relevant wären, ist man bei der Besprechung am 20.09. den bayerischen Weg weiter gegangen: Augen zu und durch. Einundfünfzig (!) Leute hatten sich versammelt, um den Entwurf des Aktionsplans Wolf zu diskutieren. Natürlich viel zu viele, wenn man Ergebnisse erwartet. Aber „Ergebnisse“ hätten wohl nur gestört. Unmittelbar vor der Wahl meint man, endlich Aktivität vorweisen zu müssen. Was jahrelang von den Schreibtischen des

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Die Hybridenhysterie

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15.09.2018 Eine Bemerkung voraus: Wir werden in der Wolfsszene immer mehr mit Fakenews konfrontiert. Eine davon ist die Hysterie um Mischlinge von Wolf und Hund. Deshalb geht es in dieser Ausgabe von Wolfsite in vier Artikeln ausschließlich um dieses Thema. Als im Jahr 2000 die ersten Wölfe auf deutschem Boden sesshaft wurden, kursierte alsbald das Gerücht, es handle sich dabei um Tiere, die von der russischen Armee gehalten und bei deren Abzug nach der Wende frei gelassen worden seien. Und das seien teils Wölfe, teils Mischlinge aus Wolf und Hund gewesen. Beweise für diese Geschichten hat es nie gegeben. Trotzdem

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Schießen statt schützen: der Aktionsplan Wolf in Bayern

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17.08.2018 Der bayerische Umweltminister Marcel Huber hat den Entwurf für einen „Aktionsplan Wolf“ (AP Wolf) vorgestellt. Die Schutzverbände laufen Sturm dagegen. Der Plan ist voller Widersprüche zum nationalen und internationalen Naturschutzrecht. Statt auf den Schutz von Weidetieren setzt Bayern auf Abschüsse von Wölfen. Der AP Wolf ist ein Plan zur Verhinderung einer Wolfsansiedlung und Wolfspräsenz im Freistaat. Im Zentrum der Kritik stehen vor allem zwei Punkte: Die Wolfspopulation in Bayern soll auf das „artenschutzrechtliche Mindesterfordernis“ begrenzt werden. Auf Weidegebieten, die sich gegen Wölfe nicht schützen lassen, sollen Wölfe entnommen (sprich geschossen) werden dürfen, wenn sie Weidetiere „bedrohen.“ In verschiedenen sprachlichen

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Wolfspolitik in Bayern – zum Davonlaufen

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10.08.2018 Was tut man als Wolf, wenn man in Bayern geboren wird? Am besten sucht man das Weite. Von den drei Wölfen, die im vorigen Jahr im Bayerischen Wald zur Welt kamen, sind zwei in den letzten Monaten abgehauen. Einer hält sich jetzt in Thüringen auf. Vielleicht findet er zu der Wölfin in Ohrdruf, die sich im Vorjahr mit einem Hund eingelassen und Mischlinge zur Welt gebracht hatte. Ein zweiter lief gar bis nach Hamburg. Dort wurde er überfahren. Ich dachte, das müsste doch eine spannende Pressemeldung aus dem bayerischen Umweltressort wert sein, vom Landesamt oder vom Ministerium oder vom

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Eintausend Wölfe – ein Schuss ins Dunkel

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13.07.2018 Eintausend Wölfe sollen es in Deutschland sein. Das hat der Deutsche Jagdverband (DJV) verkündet. Das Forum Natur mit 18 angeschlossenen Lobbyverbänden schließt sich an, ein Staatssekretär vom Landwirtschaftsministerium stößt ins gleiche Horn. Jürgen Lückhoff von der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände meint gar, die Zahl tausend sei „ehrlicher und deutlicher“ als die offiziellen Zahlen des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) bzw. der DBB Wolf. Die sind allerdings vom April 2017 und nicht von Ende 2018. Kann Herr Lückhoff nicht lesen? Kann der DJV nicht rechnen? Fest steht zunächst nur dies: Die Zahl eintausend ist weit überzogen und durch nichts begründet. Sie ist

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