Kaffeekränzchen bei Svenja Schulze?

Kaffeekränzchen bei Svenja Schulze?

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07.01.2019

In den nächsten Tagen will sich Julia Klöckner (CDU) mit Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) treffen und über Wölfe reden. Vermutlich will die Bundeslandwirtschaftsministerin ausloten, ob man nicht endlich Wölfe schießen kann. Wenn sie „nur“ Problemwölfe meint, sollte sie zuhause bleiben und sich wichtigeren Dingen zuwenden. Wahrscheinlich aber meint sie Abschüsse zur „Populationsbegrenzung.“ Das hat sie gleich zu Beginn ihrer Amtszeit verlauten lassen und seither ständig wiederholt.

Mit diesem Ansinnen ist sie in prominenter Gesellschaft. Quer durch fast alle Parteien, die Grünen ausgenommen, sehen Politiker die Lösung von Konflikten im Schießen von Wölfen statt im Schützen von Weidetieren. Auch Frau Klöckner wandelt auf diesen ausgetretenen Pfaden. Das Trojanische Pferd dafür ist der „Problemwolf“ – so selten wie ein weißer Hirsch. Die Botschaft heißt: Wir müssen endlich, endlich eine Handhabe gegen diese gefährlichen Individuen finden. Als ob es irgendwelche Zweifel gebe, dass man solche Tiere ohnehin eliminieren kann. In Wirklichkeit sucht man freilich einen Türöffner, um den strengen Schutzstatus des Wolfes aufzuweichen und eine Bejagung zu installieren.

Vielleicht gelingt es Frau Schulze, ihre Kabinettskollegin davon zu überzeugen, was es auf sich hat mit den Problemwölfen, und dass es gegen Problem mit Wölfen nur ein Mittel gibt: soliden Herdenschutz. Ohne Wenn und Aber. Ich bin gespannt, mit welchem Ergebnis Frau Klöckner aus dem Gespräch kommt.

Ansonsten war an den Feiertagen einigermaßen Ruhe an der Wolfsfront. Ein paar Kurznachrichten finden Sie unter AKTUELL. Dort lesen Sie auch über katastrophale Missstände in der Almwirtschaft von Südtirol.

Und auf die Schnelle ein Fernsehtipp: Dienstag 08.01., 21:45 ARD Report. Ein kritischer Bericht über die aktuelle Wolfssituation von Ulrich Hagmann vom Bayerischen Rundfunk.

Kommen Sie gut voran im Neuen Jahr.