Was sonst noch geschah

Was sonst noch geschah

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07.01.2019

Bei Baiersbronn im Schwarzwald, Baden-Württemberg, ist am 24.11. ein Wolf auf zwei Wildkameras aufgenommen worden. Zunächst hieß es, damit sei ein zweiter Wolf im Schwarzwald nachgewiesen. Das war eine Datenpanne, die rasch geklärt wurde. Nach wie vor gibt es im Schwarzwald sichere Nachweise nur für einen Wolf.

In Bayern hat ein Jäger das gesamte Veldensteiner Rudel in einer Nachtaufnahme mit seinem Smartphone gefilmt. Es sind sechs Wölfe. Bisher waren nur zwei Welpen bestätigt. Das Rudel hat also vier Welpen. Die Süddeutsche Zeitung widmete der Geschichte eine halbe Seite mit dem Interview des Jägers.

Das Rudel im Nationalpark Bayerischer Wald ist in diesem Jahr ohne Welpen geblieben. Offenbar ist die Fähe umgekommen. Der Rüde ist in Gesellschaft seiner Tochter. Zwei männliche Jungwölfe sind Richtung Norden abgewandert – einer wurde in Thüringen nachgewiesen, ein zweiter bei Harsefeld in Niedersachsen überfahren. Die zuständigen Stellen in Bayern konnten sich nicht entschließen, darüber eine (noch so kurze) Notiz zu veröffentlichen. Es war nämlich vor der Landtagswahl. Da meinte man wohl in den hohen Etagen, es sei besser, über Wölfe zu schweigen.

So wartet nun alles im weißblauen Freistaat auf den endgültigen „Aktionsplan Wolf.“ Mit gemischten Gefühlen.

In Nordrhein-Westfalen wurde ein zweiter Wolf mehrmals bestätigt. Deshalb ist vom Land NRW nach dem Wolfsgebiet Schermbeck ein weiteres Fördergebiet „Senne“ ausgewiesen worden. Es umfasst 922 km2. In den beiden Fördergebieten können auf Antrag Maßnahmen zum Schutz vor Übergriffen auf Weidetiere finanziell unterstützt werden. Die Diskussion vor Ort folgt dem bekannten Muster: Weil der Wolf Schafe gerissen hat, wird er zum „Problemwolf“ erklärt und sein Abschuss gefordert.

In Schleswig-Holstein ist in dem Dreieck zwischen A 7, A 23 und B 206 ein Wolfsrüde dänischer Herkunft heimisch geworden. Er trägt den Codenamen GW924m. Identifiziert wurde er durch DNA-Proben an getöteten oder verletzten Nutztieren.