Familie Wolf – gefährliche Nachbarn?

Familie Wolf – gefährliche Nachbarn?

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Am Dienstag, 13.3.2018 um 20:15 Uhr, wird die zweite Dokumentation von Sebastian Koerner zum Wolfsverhalten „Familie Wolf – Gefährliche Nachbarn?“ in der WDR-Naturfilmreihe „Abenteuer Erde“ ausgestrahlt. Eine Wiederholung wird am 16.3.2018 um 14:30 Uhr gesendet.   https://www1.wdr.de/fernsehen/abenteuer-erde/sendungen/familie-wolf-gefaehrliche-nachbarn-100. Die Familie Wolf wurde im Herbst 2017 auf arte erstausgestrahlt und steht aktuell bis zum 16.3. in einer 52 min Langfassung in der arte-Mediathek: https://www.arte.tv/de/videos/061721-000-F/familie-wolf-gefaehrliche-nachbarn/  

Wolfspaar im Veldensteiner Forst bestätigt

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08.03.2018 Im Veldensteiner Forst in Bayern konnten an einem toten Hirschkalb erstmals genetische Spuren eines weiblichen und eines männlichen Wolfes nachgewiesen werden. Das weibliche Tier ist dort bereits seit April 2017 standorttreu. Der männliche Wolf ist ebenfalls bekannt: Er wurde im Februar 2017 auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr (30 km östlich vom Veldensteiner Forst) nachgewiesen, wo er anscheinend Kontakt zu dem dort seit 2017 lebenden Paar hatte. Dieses Paar hat offensichtlich keine Welpen aufgezogen, ist aber nach wie vor in Grafenwöhr zu Hause. Der kurzfristige Besucher hielt sich von Juli 2017 bis Januar 2018 auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels auf. Der liegt

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Thüringen: Hybriden weiter auf freiem Fuß

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09.03.2018 In Thüringen ist es nicht gelungen, die sechs schwarzen Hybridwölfe auf dem militärischen Übungsplatz Ohrdruf (oder auch nur einen einzigen von ihnen) einzufangen. Unter dem Druck von „Tierschützern“ hatte es das Ministerium nicht gewagt, die Tiere zum Abschuss freizugeben, wie es von Fachleuten, darunter auch der DBB Wolf, empfohlen worden war. Man hätte wissen müssen, dass das Fangen der Hybriden enorm schwierig werden würde. Abschuss wäre die einzige sinnvolle Maßnahme, eine naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung ohne weiteres zu bekommen gewesen. Diese Hybriden werden nicht die einzigen bleiben. Soll dann jedesmal aufs Neue so lange gezögert und gezaudert werden, bis die Chancen,

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Gemeinsames Wolfsmanagement in SW Deutschland

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06.03.2018 Die Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen wollen sich beim Wolfsmanagement zusammentun. Was genau sie wollen, ist den umfänglichen Presseberichten allerdings beim besten Willen nicht zu entnehmen. Man setze „konsequent auf Vorsorge,“ verkündet Umweltministerin Ulrike Höfken (Rheinland-Pfalz). Ach nein! Hallo Sachsen, Niedersachsen, Brandenburger – habt Ihr das gehört? Im Südwesten der Republik hat man anscheinend noch gar nichts davon mitbekommen, was Ihr seit Auftreten der Wölfe in dieser Hinsicht schon geleistet habt! In einer „bundesweit einmaligen Kooperationsvereinbarung“ wolle man sich um die „Besenderung von Wölfen“ (man hat gerade mal drei Einzeltiere in Baden-Württemberg), um den „Umgang mit auffälligen Tieren“ (in

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Brandenburg: Entnahme eines Rudels abgelehnt

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02.03.2018 In der Altmark, Brandenburg, hat ein Landwirt bei Dobbrikow wiederholt Rinder durch ein Wolfsrudel verloren. Das ist ärgerlich. Im Vertrauen auf die neue Wolfsverordnung des Landes hat der Eigentümer beantragt, dass das gesamte Rudel entnommen wird. Wie zu erwarten wurde der Antrag abgelehnt. Wolfsgegner, besonders der Bauernbund, sind darüber aufgebracht – offenbar hatte man überzogene Hoffnungen an die Verordnung geknüpft.  

Viele offene Fragen um gerissenen Jagdhund

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22.02.2018 Am 30.01.2018 wurde eine Deutsche Bracke auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz von einem Wolf getötet. Es ist der bisher einzige Fall in ca. 330 Rudeljahren. Durch genetische Analysen ist der Urheber zweifelsfrei als der Daubitzer Rudelführer identifiziert. Es war also nicht der polnische Wolf, der fünf Wochen vorher zwei Hunde getötet hat und als verhaltensauffälliger Wolf geschossen wurde. Der Eigentümer der getöteten Bracke hat einen detaillierten Bericht über das Geschehen auf der Website JAWINA veröffentlicht. Er wird hier gekürzt wiedergegeben. Bitte lesen Sie den Kommentar: Der Bericht wirft einige Fragen auf. Bericht zum Vorfall vom Eigentümer des Hundes Jan Prignitz:

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Aus der Gruft: die Bautzener Erklärung – aktualisiert

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16.02.2018 Man soll Dummheiten nicht auch noch ein Podium bieten. Besser überlässt man sie dem Vergessen. Mit dem Vorsatz „Nicht mal ignorieren!“ kann man sich viel unnötigen Ärger ersparen. Nun hat sich aber in den letzten Monaten gezeigt, dass nichts so dumm sein kann, als dass es ein Politiker nicht aufgreift und als „Argument“ in der politischen Diskussion benutzt. Die Wolfspolitik ist eine perfekte Bühne dafür. Damit niemand behaupten kann, er habe es ja nicht besser wissen können, muss man gelegentlich Unsinn aufgreifen und als solchen entlarven. Und die Hintermänner. Deshalb hier ein paar Anmerkungen zur „Bautzener Erklärung“ vom November

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Der Wolf und die Afrikanische Schweinepest

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17.02.2018 Die Afrikanische Schweinepest (ASP) steht vor der Tür, und bei den Schweinezüchtern macht sich Unruhe breit. Die Viruserkrankung greift rapide um sich auf dem Baltikum, in Polen und in der tschechischen Republik. Nach Deutschland ist es nur noch ein Katzensprung. Übertragen wird das Virus durch infiziertes Schweinefleisch von Schwein zu Schwein. Es kann in Speiseresten vorhanden sein, die z. B. auf einem Autobahnrastplatz weggeworfen werden, auch in verarbeitetem Schweinefleisch, in Würstchen oder in Schinken. Andere Tiere, auch Beutegreifer, spielen bei der Verbreitung des Virus keine Rolle. Das hat das Friedrich-Loeffler-Institut (das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit mit Sitz in Greifswald) jetzt

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Der Wanderweg von Naya

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07.02.2018 Die im Oktober 2016 mit einem Peilsender in Mecklenburg-Vorpommern ausgerüstete Wölfin „Naya“ ist von der Lübtheener Heide bis nach Flandern in Belgien gewandert. Sie ist einer von sechs senderbestückten Wölfen in Meck-Pomm. Nach dem Welpen Arno (2015), der ein Jahr darauf illegal geschossen wurde, folgten im Oktober 2016 Naya und Emma aus dem gleichen Rudel. 2017 kam in der Ueckermünder Heide Torben hinzu, ein sehr alter Rüde. Im Herbst 2017 wurden für das „Wolf-Damwild-Projekt“ die Wölfin Janka, eine Tochter von Torben, in der Ueckermünder Heide und Anton in der Lübtheener Heide gefangen und mit Sendern bestückt. Das Wolfstelemetrieprojekt wird

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Sachsen: Auffälliger Wolf erschossen

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02.02.2018 Der Wolf, der am 27. und 28.12.2017 im Kreis Görlitz zwei Hunde bei Weißkeißel jeweils auf dem Grundstück ihrer Besitzer getötet hat und deshalb als verhaltensauffällig eingestuft wurde, ist am 02. Februar auf Grund einer naturschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung geschossen worden. Tags zuvor war auf dem Übungsplatz Oberlausitz eine Bracke, die sich von ihrem Begleiter entfernt und Wild verfolgt hatte, ebenfalls von einem Wolf getötet worden. Man fand sie durch das Senderhalsband, mit dem sie ausgerüstet war. Ob dieser Fall ebenfalls dem inzwischen getöteten Wolf anzulasten ist, steht noch nicht fest. Die Herkunft des kräftigen Tieres aus Westpolen ist genetisch erwiesen.

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Aktuelles zum Jahresbeginn

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09.01.2018 Im Schwarzwald ist ein Wolf durch das Foto eines Wanderers bestätigt worden. Die Identität des Tieres ist unklar. Erst im Oktober war ein aus Niedersachsen zugewanderter Wolf erschossen im Schluchsee gefunden worden. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gang. Mal sehen, wie lange sich der neue Wolf im „Musterländle“ halten kann. Die tragische Geschichte in Griechenland, wo eine Britin von Hunden oder Wölfen getötet worden war, wird sich wohl nicht klären lassen. Bis heute gibt es keinen endgültigen forensischen Untersuchungsbericht, wie er von den Behörden versprochen worden war. Eine genetische Analyse ist offenbar nicht erfolgt oder nicht gelungen. Die Indizien

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Füttern der Goldenstedter Wölfin: eine Ergänzung

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18.12.2017 Erst vor zwei Tagen habe ich auf WOLFSITE darüber berichtet, dass die „Goldenstedter Wölfin“ offenbar angefüttert wird. Zur Erinnerung: Die Goldenstedter Wölfin wurde erstmals im Jahr 2014 bestätigt. Sie hat sich danach einen Namen gemacht, indem sie unverhältnismäßig viele Schafe im Raum Diepholz und Vechta riss (daher auch ihr Name Vechtaer oder Diepholzer Wölfin). Seit Ende 2016 hat sie einen Rüden aus dem Ueckermünder Rudel zum Partner, im Sommer 2017 war sie in Begleitung von vier Welpen. Das Rudel heißt im Monitoringbericht Barnstorfer Rudel. Ein aufmerksamer Leser von WOLFSITE hat mich darauf hingewiesen, dass es nach dem Bundesnaturschutzgesetz sehr

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Die Goldenstedter Wölfin wird angefüttert

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15.12.2017 Aus Kanada (!) habe ich eine aufregende Nachricht bekommen. Die Goldenstedter Wölfin wird offenbar angefüttert. Ein Videoclip, der das belegt, macht auf Facebook die Runde. Der Autor, ein Holländer, hat keine Skrupel mitzuteilen, dass er u. a. Makrelen auslegt, um die Wölfin auf seinen Film zu bannen. Die näheren Umstände kenne ich nicht, holländisch kann ich auch nicht. Ich bin der Sache trotzdem nachgegangen, und dies ist dabei herausgekommen: Dem Wolfsbüro in Hannover ist die Sache bekannt. Es hat den Fall an die Untere Naturschutzbehörde Diepholz verwiesen. Diese Behörde ist zuständig (nicht das Wolfsbüro!), sieht aber keine rechtliche Handhabe,

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Märchenstunde am Tegernsee

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07.12.2017 Am 27.11. hatte der Landesjagdverband (LJV) Bayern zu einem Vortrag an den Tegernsee eingeladen. Redner war Rolf Kotzur, angekündigt als „Experte“ im LJV Sachsen. Seine Kernaussagen: Die offiziellen Wolfszahlen seien gefälscht. Die Wolfspopulation sei sechsmal so groß wie vom Monitoring angegeben. Man habe „Probleme mit einer ständig wachsenden Zahl von Wolf-Hund-Hybriden“. Riesige Rot- und Damwildrudel, die sich wegen der Wölfe zusammenstellen, würden die Felder verwüsten. Von Rolf Kotzur hätte man gerne Auskunft darüber bekommen, wie er auf diese Zahlen kommt. Sechsmal so viele Wölfe – das wären dann, nähme man Kotzur beim Wort, in Sachsen allein 64 Rudel –

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Der Wolf ist in Deutschland nie ausgestorben!

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08.12.2017 Auch der Landtag von Baden-Württemberg erlebte eine Märchenstunde. Anlässlich einer Anhörung zum Wolf verkündete der Geschäftsführer des Forums Natur Gregor Beyer, der Wolf sei „in Deutschland nie ausgestorben.“ Man habe ihn lediglich „an der Reproduktion gehindert.“ Alles andere sei „ein Märchen.“ Nach dieser Lesart ist der Wolf beispielsweise auch in Niedersachsen nie ausgestorben. Denn immerhin sind in diesem Bundesland allein nach dem II. Weltkrieg fünf Exemplare erschienen – 1948 Fallingbostel, 1952 Unterlüß, 1952 Uelzen, 1955 Fallingbostel, 1956 Gifhorn. Die hat man ebenfalls an der Reproduktion gehindert, indem man sie totschoss (übrigens ganz legal). Ebenso wie die über dreißig Wölfe,

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