Biosphere Expeditions: Ergebnisse Niedersachsen 2017

Biosphere Expeditions: Ergebnisse Niedersachsen 2017

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26.12.2018

Hier einige Auszüge aus dem umfangreichen Bericht

Zeitraum 17. Juni bis 21. Juli 2017 in vier einwöchigen Gruppen von max. 12 Teammitgliedern, organisatorisch unterstützt vom Wolfsbüro Niedersachsen und einigen lokalen Wolfsberatern.

Vorausgegangen war ein zweitägiger Einführungskurs.

Schwerpunkt: Wolfshinweise finden, insbesondere Losungen für DNA-Beprobung und Nahrungsanalysen.

Geländebegehungen ausschließlich auf öffentlichen Wegen.

25 Zellen von jeweils 10×10 km des EU-Gitternetzes wurden zu Fuß oder mit dem Fahrrad untersucht (insgesamt 1.133 km). Alle Rasterzellen wurden mehrfach besucht, so dass sie insgesamt 52mal abgedeckt wurden.

Gesammelt wurden 76 Wolfslosungen. 33 wurden genetisch untersucht, 75 Losungen befinden sich noch im Labor.

22 (29%) der 76 gesammelten Losungen wurden als C1 (eindeutiger Nachweis) nach dem SCALP-Verfahren bewertet, 19 (24%) als C2 (bestätigter Hinweis) und 30 (40%) als C3 (unbestätigter Hinweis). Fünf (7%) Losungen stammten nicht von einem Wolf. Zusätzlich wurde eine direkte Sichtung als ein C1 (eindeutiger Nachweis) aufgenommen. Die Nahrungsanalyse ist noch nicht abgeschlossen.

Durch DNA-Analysen der 33 DNA-fähigen Losungen wurden zwei Fähen und vier Rüden identifiziert. Ein neues Wolfsrudel (Walle) konnte bestätigt werden. Außerdem konnten zwei Gebiete mit hoher Wolfsaktivität identifiziert werden (Landkreise Celle und Lüchow-Dannenberg).

Die von der Expedition in einem Monat gesammelten Losungsproben beträgt gut ein Drittel der insgesamt vom offiziellen Wolfsmonitoring gesammelten Proben pro Jahr.

Der Anteil von 53% C1- und C2-Bewertungen ist deutlich höher als die 40% des passiven offiziellen Monitorings des Landes.

Die „Bürgerwissenschaftler“ sind wissenschaftliche Laien, die auf eigene Kosten einen Teil ihrer Freizeit in internationaler Naturschutzarbeit auf der ganzen Welt verbringen.