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Tote Jäger schießen nicht – von Werner Schmitz

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03.04.2018 Ein Krimi im Wilden Osten, an der Grenze zwischen Polen und Brandenburg – das ist eine düstere Geschichte, in die uns der Autor da mitnimmt. Dass es mit einem totgeschossenen Wolf beginnt, passt irgendwie dazu. Leicht zu lesen, durchaus spannend, wenn man sich von der durchgehend niederdrückenden Atmosphäre – grauer kalter Winter, ungehobelte Menschen, triste Stimmung der Verloren- und Verlassenheit – nicht niederziehen lässt. Und wenn man Gefallen findet an der rustikalen, gelegentlich mit schrägen Wortspielen garnierten Schreibe des Autors. Da wäre weniger manchmal mehr gewesen. Frankh-Kosmos Stuttgart. ISBN978-3-440-15814-2. 16,99 Euro

Vor der Wahl, nach der Wahl …

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28.03.2018 In diesen Tagen konnte man sich so seine Gedanken machen über den Sinn und Zweck von Wahlen. Wozu braucht man die in Russland oder China, wenn vorher ausgemacht ist, wer gewinnt? Wozu in den USA, wenn Trump dabei rauskommt? Warum haben sich die Briten aus der EU rausgewählt, wenn sie jetzt am liebsten wieder rein wollen? Von der großen Politik zur kleinen, zur Wolfspolitik. Je nachdem ist es gerade vor der Wahl oder nach der Wahl oder mittendrin, nämlich während der Groko-Verhandlungen. Es ist kaum zu fassen, worüber sich unsere Volksvertreter da den Kopf zerbrochen haben: Über den sagenumwobenen

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LCIE in Trient: Hybridisierung im Mittelpunkt

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23.03.2018 Drei Tage lang trafen sich die Mitglieder der Large Carnivore Initiative for Europe im italienischen Trento, um über Schutz und Management der großen Beutegreifer zu beraten. Natürlich standen die Wölfe im Vordergrund – und hier ganz besonders das so genannte Hybridenproblem. So genannt, also kein wirkliches Problem? So konnte man Carsten Nowak vom Institut Senckenberg verstehen, der seine genetischen Arbeiten an Wölfen (und anderen Arten) vorstellte. Er räumte überzeugend mit einer ganzen Serie von Missverständnissen auf, die derzeit besonders in Deutschland die Runde machen, und stellte ein neues Verfahren vor, mit dem eine Identifizierung von Hybriden künftig sehr viel

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Ohrdruf: drei Hybriden geschossen

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28.03.2018 Das Umweltministerium von Thüringen hat mitgeteilt, dass drei der Hybridwelpen geschossen worden sind. Ein vierter ist wahrscheinlich vom Zug überfahren worden. Die genetische Bestätigung wird in einigen Tagen erwartet. Über die näheren Umstände schweigt sich das Ministerium aus – völlig zu Recht; denn die Wolfshätschler machen vermutlich schon gegen die Aktion mobil. Man kann Wetten darauf abschließen, dass die ersten Klagen gegen das Ministerium und die Schützen bereits unterwegs sind. Beiden sind gute Nerven zu wünschen.

Die Rückkehr der Wölfe – Grabenkämpfe statt Lösungssuche. Von Felix Knauer

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15.03.2018 Die Wölfe breiten sich in Deutschland und anderswo in Europa immer weiter aus, tauchen in Gebieten auf, in denen seit Jahrhunderten keine Rudel mehr vorkamen. Obwohl die vom Wolf verursachten Probleme eigentlich überall die gleichen sind (Wolf trifft auf Schaf, trifft auf Hirsch, trifft auf Reh), reagiert die Politik sehr unterschiedlich darauf. In Baden-Württemberg kann sich ein schwarzer Minister unter einem grünen Ministerpräsidenten überhaupt nicht vorstellen, dass Wölfe in Rudeln flächig die geeigneten Gebiete in seinem „Ländle“ besiedeln. In Bayern wettert seit Jahren schon die Politik (alles schwarz in schwarz) gegen den Wolf. Auch ein bayrischer Minister in Berlin,

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Frankreich: Neuer Managementplan für 500 Wölfe

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05.03.2018 Frankreich hat für die kommenden sechs Jahre einen neuen Wolfsmanagementplan aufgelegt. Hier die gekürzte Zusammenfassung eines Kommentars von Nick Huisman. In Frankreich leben zwischen 265 und 402 Wölfe (Stand März 2017). Jedes Jahr werden 10.000 Nutztiere getötet. Die Verluste durch herrenlose Hunde werden auf das Doppelte geschätzt. Der Managementplan sieht eine Kontrolle dieser Hunde vor. Weiterhin kommen jährlich etwa 120.000 Tiere auf der Weide durch andere Faktoren als Wölfe oder Hunde um. Von den insgesamt etwa 8,2 Mio Schafen und Ziegen in Frankreich töten die Wölfe jährlich etwa 0,1%. In Anlehnung an Empfehlungen von Wissenschaftlern strebt Frankreich eine Population

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Familie Wolf – gefährliche Nachbarn?

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Am Dienstag, 13.3.2018 um 20:15 Uhr, wird die zweite Dokumentation von Sebastian Koerner zum Wolfsverhalten „Familie Wolf – Gefährliche Nachbarn?“ in der WDR-Naturfilmreihe „Abenteuer Erde“ ausgestrahlt. Eine Wiederholung wird am 16.3.2018 um 14:30 Uhr gesendet.   https://www1.wdr.de/fernsehen/abenteuer-erde/sendungen/familie-wolf-gefaehrliche-nachbarn-100. Die Familie Wolf wurde im Herbst 2017 auf arte erstausgestrahlt und steht aktuell bis zum 16.3. in einer 52 min Langfassung in der arte-Mediathek: https://www.arte.tv/de/videos/061721-000-F/familie-wolf-gefaehrliche-nachbarn/  

Wolfspaar im Veldensteiner Forst bestätigt

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08.03.2018 Im Veldensteiner Forst in Bayern konnten an einem toten Hirschkalb erstmals genetische Spuren eines weiblichen und eines männlichen Wolfes nachgewiesen werden. Das weibliche Tier ist dort bereits seit April 2017 standorttreu. Der männliche Wolf ist ebenfalls bekannt: Er wurde im Februar 2017 auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr (30 km östlich vom Veldensteiner Forst) nachgewiesen, wo er anscheinend Kontakt zu dem dort seit 2017 lebenden Paar hatte. Dieses Paar hat offensichtlich keine Welpen aufgezogen, ist aber nach wie vor in Grafenwöhr zu Hause. Der kurzfristige Besucher hielt sich von Juli 2017 bis Januar 2018 auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels auf. Der liegt

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Thüringen: Hybriden weiter auf freiem Fuß

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09.03.2018 In Thüringen ist es nicht gelungen, die sechs schwarzen Hybridwölfe auf dem militärischen Übungsplatz Ohrdruf (oder auch nur einen einzigen von ihnen) einzufangen. Unter dem Druck von „Tierschützern“ hatte es das Ministerium nicht gewagt, die Tiere zum Abschuss freizugeben, wie es von Fachleuten, darunter auch der DBB Wolf, empfohlen worden war. Man hätte wissen müssen, dass das Fangen der Hybriden enorm schwierig werden würde. Abschuss wäre die einzige sinnvolle Maßnahme, eine naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung ohne weiteres zu bekommen gewesen. Diese Hybriden werden nicht die einzigen bleiben. Soll dann jedesmal aufs Neue so lange gezögert und gezaudert werden, bis die Chancen,

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Gemeinsames Wolfsmanagement in SW Deutschland

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06.03.2018 Die Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen wollen sich beim Wolfsmanagement zusammentun. Was genau sie wollen, ist den umfänglichen Presseberichten allerdings beim besten Willen nicht zu entnehmen. Man setze „konsequent auf Vorsorge,“ verkündet Umweltministerin Ulrike Höfken (Rheinland-Pfalz). Ach nein! Hallo Sachsen, Niedersachsen, Brandenburger – habt Ihr das gehört? Im Südwesten der Republik hat man anscheinend noch gar nichts davon mitbekommen, was Ihr seit Auftreten der Wölfe in dieser Hinsicht schon geleistet habt! In einer „bundesweit einmaligen Kooperationsvereinbarung“ wolle man sich um die „Besenderung von Wölfen“ (man hat gerade mal drei Einzeltiere in Baden-Württemberg), um den „Umgang mit auffälligen Tieren“ (in

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Brandenburg: Entnahme eines Rudels abgelehnt

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02.03.2018 In der Altmark, Brandenburg, hat ein Landwirt bei Dobbrikow wiederholt Rinder durch ein Wolfsrudel verloren. Das ist ärgerlich. Im Vertrauen auf die neue Wolfsverordnung des Landes hat der Eigentümer beantragt, dass das gesamte Rudel entnommen wird. Wie zu erwarten wurde der Antrag abgelehnt. Wolfsgegner, besonders der Bauernbund, sind darüber aufgebracht – offenbar hatte man überzogene Hoffnungen an die Verordnung geknüpft.  

Viele offene Fragen um gerissenen Jagdhund

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22.02.2018 Am 30.01.2018 wurde eine Deutsche Bracke auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz von einem Wolf getötet. Es ist der bisher einzige Fall in ca. 330 Rudeljahren. Durch genetische Analysen ist der Urheber zweifelsfrei als der Daubitzer Rudelführer identifiziert. Es war also nicht der polnische Wolf, der fünf Wochen vorher zwei Hunde getötet hat und als verhaltensauffälliger Wolf geschossen wurde. Der Eigentümer der getöteten Bracke hat einen detaillierten Bericht über das Geschehen auf der Website JAWINA veröffentlicht. Er wird hier gekürzt wiedergegeben. Bitte lesen Sie den Kommentar: Der Bericht wirft einige Fragen auf. Bericht zum Vorfall vom Eigentümer des Hundes Jan Prignitz:

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Der Wolf in der Hauptstadt. Von Eckhard Fuhr

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16.02.2018 Leibhaftig wurde noch kein Wolf im Berliner Regierungsviertel gesehen. Trotzdem ist Canis lupus mit Beginn des Jahres endgültig im Zentrum der deutschen Politik angekommen. Während Union und SPD über ein Wolfskapitel in ihrem Koalitionsvertrag verhandelten, debattierte der Bundestag am 2. Februar über Anträge der FDP und der AfD, in denen die Übernahme des Wolfs ins Jagdrecht und seine jagdliche „Regulierung“ gefordert wurden. Grüne und Linke hatten Gegenanträge eingebracht, in denen sie dieses Ansinnen zurückwiesen und eine Verbesserung des Herdenschutzes und der wirtschaftlichen Lage der Schäfer fordern. Die Anträge wurden an den Umweltausschuss und nicht an den Landwirtschaftsausschuss überwiesen, was

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Aus der Gruft: die Bautzener Erklärung – aktualisiert

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16.02.2018 Man soll Dummheiten nicht auch noch ein Podium bieten. Besser überlässt man sie dem Vergessen. Mit dem Vorsatz „Nicht mal ignorieren!“ kann man sich viel unnötigen Ärger ersparen. Nun hat sich aber in den letzten Monaten gezeigt, dass nichts so dumm sein kann, als dass es ein Politiker nicht aufgreift und als „Argument“ in der politischen Diskussion benutzt. Die Wolfspolitik ist eine perfekte Bühne dafür. Damit niemand behaupten kann, er habe es ja nicht besser wissen können, muss man gelegentlich Unsinn aufgreifen und als solchen entlarven. Und die Hintermänner. Deshalb hier ein paar Anmerkungen zur „Bautzener Erklärung“ vom November

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Der Wolf und die Afrikanische Schweinepest

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17.02.2018 Die Afrikanische Schweinepest (ASP) steht vor der Tür, und bei den Schweinezüchtern macht sich Unruhe breit. Die Viruserkrankung greift rapide um sich auf dem Baltikum, in Polen und in der tschechischen Republik. Nach Deutschland ist es nur noch ein Katzensprung. Übertragen wird das Virus durch infiziertes Schweinefleisch von Schwein zu Schwein. Es kann in Speiseresten vorhanden sein, die z. B. auf einem Autobahnrastplatz weggeworfen werden, auch in verarbeitetem Schweinefleisch, in Würstchen oder in Schinken. Andere Tiere, auch Beutegreifer, spielen bei der Verbreitung des Virus keine Rolle. Das hat das Friedrich-Loeffler-Institut (das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit mit Sitz in Greifswald) jetzt

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