Ein Rettungswagen für verletzte Wölfe

Ein Rettungswagen für verletzte Wölfe

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15.01.2017 Was in den Augen von Jägern und anderen Naturschützern wie ein Witz klingt, ist Wirklichkeit: Die Region Hannover hat für schlappe 10.000 Euro einen „Rettungswagen“ für Wölfe angeschafft. Das Chassis aus Aluminium, crashsicher, recycelbar. Die bundesweite Neuheit ist 2,40 Meter lang, 1,20 Meter breit und wiegt nur 400 Kilo! Der Anhänger, für den Transport von verletzten Wölfen gedacht, ist unter anderem ausgestattet mit einer Innengittertür zur Sicherung, einem transportablen Rettungsbrett mit Fixier-Gurten, einem Maulkorb und Stabschlingen zum Einfangen. Dem zusätzlichen Komfort der Tiere dient eine Heizdecke. Bei Dunkelheit erleuchten zwei Scheinwerfer im aufklappbaren Anhängerdeckel die Umgebung. Ein gelbes Rundumlicht warnt

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Der tausendste Tatort – zum Heulen

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13.11.2016 Der Tatort, eine der meist geschauten deutschen Fernsehserien, feierte Jubiläum – eintausend Sendungen! Isegrim guckt selten Tatort, aber es hieß, da würden Verwandte mitspielen. Also musst Du mal gucken, dachte Isegrim. Und echt: Da waren zwei, drei Typen zu sehen, die sahen aus wie er! Die Kommissarin hatte gleich Schiss, aber der Kommissar sprach einen der wenigen klugen Sätze des Abends: „Die tun uns doch nichts!“ Schaute raus aus der Scheune, da fingen die Biester an zu knurren – schnell schlug er das Tor zu. Und verriegelte es. Hosen voll! Ein Kriminalkommissar! Er hat dann noch versucht, mit dem Fuß

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Wölfe – ökologisch bedeutungslos

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14.11.2016 Weidetierhaltung geht nur ohne Wölfe – das meint die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Landesverband Niedersachsen/Bremen e.V. Man stehe vor einer klaren Entscheidung, ob man flächendeckend die Weidetierhaltung opfern wolle – für Wolfsrudel, die hierzulande definitiv keinerlei ökologische Bedeutung hätten und die sich zunehmend auf Nutztiere spezialisierten. Bei der Wolfsdebatte dürfe es nunmehr keine Tabus mehr geben – weder hinsichtlich des Jagdrechts noch hinsichtlich von Artenschutz-Bestimmungen. Definitiv keinerlei ökologische Bedeutung – Isegrim lernt immer noch was dazu.  

Wolfsite im Wald

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11.10.2016 Eine aufmerksame Wolfsbetreuerin ist im Wald von Schleswig-Holstein auf eine Warnung der besonderen Art vor Wölfen gestoßen. Wer sich da die Startseite von Wolfsite ausgedruckt und an den Baum genagelt hat, ist nicht bekannt. Wolfsite bedankt sich jedenfalls für die freundliche Werbung!

Doppelt gelogen hält auch nicht besser

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13.10.2016 Die Lausitzer Rundschau vom 13.10.2016 sah sich zu einer Berichtigung genötigt. Sie war der Geschichte eines Mannes aus Sonnewalde (Kreis Elbe-Elster) auf den Leim gegangen, nach der ein junger Wolf in sein Wohngrundstück eingedrungen sei und einen Hund angegriffen habe. Die Bewohner hätten den Hund retten, das Raubtier aber nur mit Mühe verscheuchen können. Zum Beweis hatte er ein Foto auf seinem Handy hergezeigt, das er von dem Wolf gemacht haben wollte. Der Journalist war skeptisch und zeigte das Foto dem Wolfsbetreuer Dr. Reinhard Möckel. Der konnte sich das geschilderte Verhalten nicht erklären, bestätigte aber, dass das Bild einen

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Teurer Quark

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09.09.2016 Eine eifrige Leserin von Wolfsite hat mich auf eine Notiz im Wolf-Forum (wolf-forum.de) aufmerksam gemacht. Da macht sich Benjamin Sorgen um den Milchpreis, wenn es mit den Wölfen so weitergeht. „Pferde und Kühe,“ lässt er wissen, „kann man vor Wölfen nicht schützen. Bei zunehmender Anzahl an Wölfen steigt auch die Gefährdung der Versorgung der Bevölkerung mit Nahrung bzw. Preise von Milchprodukten steigen…“ Das muss man sich mal vorstellen: Quark so teuer wie Kaviar. Milch so teuer wie Sekt! Die Bauern tanzen auf den Tischen, lassen die Milchkorken knallen – endlich steigt der Milchpreis! Und wir Wölfe sind die neuen Freunde

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Erfundener Wolfstransport

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02.07.2016 Wieder mal gibt es Gerüchte um Wölfe, die klammheimlich herangeschafft werden. Peter Brandt verkündet, in Österreich sei ein Transporter mit fünf betäubten Wölfen dingfest gemacht worden. Nähere Umstände oder gar Namen, so teilt er seiner Lesergemeinde, der Interessengemeinschaft Sichere Weidewirtschaft, geheimniskrämerisch mit, könne er allerdings nicht nennen. Ich fragte per e-mail, warum er denn nicht Ross und Reiter nenne. “Sie gehören nun bestimmt nicht zu unseren Vertrauenspersonen,“ war seine Antwort. “Darum werde ich Ihnen die Personen auch nicht nennen, die zu unseren Informanten gehören. Sie haben unsere Informationen doch immer gern gelesen, weil Sie damit etwas von außerhalb ihres verlogenen

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Die Hybriden-Obsession

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26.06.2016 Andreas Wilkens glaubt beweisen zu können, dass die beiden auf Wolfsite in einer Videosequenz gezeigten Wölfe in Wirklichkeit Hybriden sind. Der „Beweis“: Auf dem Film sei zu erkennen, dass die beiden Tiere nicht Tritt in Tritt setzen, also nicht im geschnürten Trab laufen. Als Zeugen führt er Prof. Eirik Grankvist an, der noch andere hunde- bzw. hybridentypische Merkmale erkannt haben will, diese aber nicht nennt. Der Umkehrschluss: Echte Wölfe können nur im geschnürten Trab laufen. Wie bitte? Selbstverständlich sind alle ihre Gangarten, nicht nur der Trab, sehr variabel. Der geschnürte Trab über längere Strecken Wölfe ist allerdings typisch für

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Nordrhein-Westfalen: FDP will Wolf im Jagdrecht

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19.05.2016 Kaum werden die ersten Wölfe in Nordrhein-Westfalen gemeldet, da möchte die FDP (Drucksache 16/11901) schon „die Rückkehr der Wölfe mit bewährten Methoden des Jagdrechts steuern“. Sie will zwar zunächst eine ganzjährige Schonzeit, geht aber davon aus, dass „sowohl im Interesse anderer Arten als auch im Interesse der Menschen eine Anpassung des Schutzstatus des Wolfes bei Erreichen eines günstigen Erhaltungszustandes gemäß FFH-Richtlinie erforderlich werden“ wird. Die FDP meint, zur Vermeidung von Konflikten sei wie beim Rot- und Damwild die Definition von Wolfsverbreitungsgebieten „unabdingbar“. Außerhalb dieser Bereiche soll der Wolf dann bejagt werden können. Außerdem möchte die FDP festgeschrieben sehen, dass

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Bayerns Jägerpräsident: Wölfe bringen den Tourismus zum Erliegen

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13.04.2016 In der Passauer Neuen Presse gab der Präsident des Bayerischen Landesjagdverbandes Dr. Jürgen Vocke zum Besten, was er mit den Wölfen auf den Freistaat zukommen sieht. Beim Luchs, meinte er, seien die Populationen überschaubar, während die Wölfe rudeln. Wenn sich diese Rudel verständigen, also heulen, dann haben wir im Wald keinen einzigen Jogger mehr. Der Tourismus werde zum Erliegen kommen. Weiter fürchtet er, dass das ganze Jagdwesen fundamental geändert werden müsste. Die Jagden wären nicht mehr verpachtbar, und man bräuchte dann mehr Berufsjäger. Die Uhren gehen anders in Bayern, ganz besonders beim Landesjagdverband. Als ich Anfang des Jahres in

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Görlitz: Neue Monitoringstandards

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Erster April 2016 Das vor kurzem ins Leben gerufene bundesdeutsche Wolfszentrum in Görlitz hat zum ersten des Monats neue Monitoringstandards für Wölfe verkündet. Damit wird einem Mangel abgeholfen, der seit Beginn der Übernahme Sachsens durch Isegrim im Jahr 2000 zunehmend angeschwollen war: Die politischen Kräfte fühlten sich gegenüber der Wolfslobby immer unterlegener, bis sie schließlich zur Gänze aus dem Bewusstsein der Bevölkerung verschwunden waren. Die so genannten SCALP-Kriterien C1, C2, C3 für Beobachtungen von Wölfen gelten ab sofort nicht mehr. Sie werden ersetzt durch folgende neue Kriterien: RP1 – Meldung einer Person, die der im Amt befindlichen stärksten Regierungspartei nahesteht.

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Niedersachsen: Graue Götzen, grünes Pack

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21.03.2016 Die Verlautbarungen der Interessengemeinschaft Sichere Weidewirtschaft (ISW) sind mir normaler Weise keinen Kommentar wert. Gegen so viel Hetze, Polemik und Falschheit kann man nicht anstinken. Hier mal eine Ausnahme. Lesen Sie selbst, was Peter Brandt, offenbar der Kopf der ISW, aus den Ereignissen in Wietzendorf macht. Hier sein (gekürzter) Ostergruß:    Meine Damen und Herren, liebe Freunde, wenn wir heute verbal aus der Rolle fallen, dürfen Sie sich nicht wundern. Lesen Sie den Link und Sie verstehen unseren Zorn. Diese verdammte „Grüne Sekte“ lässt alle eigenen guten Vorsätze fallen wenn es um die Befriedigung der Ansprüche ihres „Grauen Götzen“ geht.

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Über die fachgerechte Betreuung von Wölfen. Von Harald Martenstein

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Harald Martenstein im ZEIT MAGAZIN Nr. 4/2016 Ich finde es gut, dass es in Deutschland wieder Wölfe gibt. Warum finde ich das gut? Darüber muss ich nachdenken. Es ist erst mal nur ein Gefühl. Ich habe noch nie im Wald einen Wolf getroffen. Vermutlich wird dies auch niemals passieren, ich hoffe es jedenfalls. Aber der Wolf gehört zur Natur halt dazu, auch wenn die sieben Geißlein vermutlich anderer Ansicht sind. Auf der Suche nach Informationen über wölfisches Leben in Deutschland stieß ich im Mai 2015 auf einen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. In Deutschland leben zurzeit 300 Wölfe, und um diese

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Bayerns Jägerpräsident macht Panik

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10.11.2015 Einer Notiz im Nordbayerischen Kurier vom 06.11.2015 ist zu entnehmen, dass Bären, Wölfe oder auch Luchse nach Ansicht des bayerischen Jagdverbandspräsidenten Dr. Jürgen Vocke „einfach nicht in eine derart übernutzte Landschaft mit beispielsweise 144.000 Straßenkilometern passen.” Schon jetzt sei die Zahl der Wildunfälle enorm. Mit Großraubtieren werde es allerdings so richtig gefährlich, nicht nur für Schafherden, auch für den Menschen. Außerdem würde dann niemand mehr ein Revier pachten, das gesamte Reviersystem würde bei einer weiteren Ausbreitung von Luchsen und Wölfen kippen. Man kann nur mutmaßen, wie sich der bayerische Jägerpräsident den Zusammenhang zwischen Wildunfällen und großen Beutegreifern vorstellt. Meint

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Ein Wolfskenner erklärt die Wölfin von Vechta

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30.10.2015 Die Wölfin von Vechta hat Wolfskenner Josef Teupe zu ein paar eigenwilligen Interpretationen des Geschehens angeregt. Ein Jäger, weiß er, habe ihr den Rüden weggeschossen, ohne die Konsequenzen zu überdenken. Jetzt sei die Wölfin läufig und auf der verzweifelten Suche nach einem neuen Partner. Daher rühre vermutlich auch ihre Aggressivität. Vier Triebe versuche der Wolf mit seinem Verhalten zu befriedigen, erklärt er – Hunger, Jagd, Beutegriff und Erlegen der Beute. „Um das zu erreichen, springt ein Wolf locker über den Zaun, wenn das der einfachste Weg zur Beute ist“, behauptet er. Da die Schafe in ihrem Pferch aber nicht

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