Der Bayerische Weg: Schießen statt Schützen

Der Bayerische Weg: Schießen statt Schützen

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20.06.2018

Die neue bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber verkündet ein Schießkonzept.

Die neue bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat die Einrichtung großflächiger so genannter „Herdenschutzzonen“ angekündigt. Das Ministerium stellt sich vor, dass in Gebieten, die sich nicht schützen lassen, Wölfe geschossen werden dürfen, wenn sie Weidetiere „bedrohen“ – nicht erst, wenn sie welche gerissen haben, sondern „vorauseilend“. Die erforderliche Ausnahmeregelung habe dann, so Kaniber, das Umweltschutzministerium zu erteilen.

So einfach ist das. So sind aus den von der Almwirtschaft geforderten wolfsfreien Zonen „Schutzzonen“ geworden, freilich mit demselben Ziel: Nicht Weidetiere schützen, sondern Wölfe schießen. So stellt man Naturschutz auf den Kopf.

Die „Herdenschutzzonen“ sollen von einer mit Fachleuten der Landwirtschafts- und Umweltverwaltung paritätisch besetzten Weideschutzkommission festgelegt werden. Dem Gedanken könnte man etwas Positives abgewinnen. Man könnte das als Grundlage nutzen, um Herdenschutzprogramme zu planen, die konkret auf die jeweiligen Bedingungen abgestimmt sind. Dachte ich. Aber denkste: Dem Landwirtschaftsministerium schwebt vor, „in nicht schützbaren Gebieten einzelne Tiere oder ganze Rudel zu entnehmen.“ Herdenschutzmaßnahmen, so heißt es weiter, sollen „in den übrigen Gebieten“ gefördert werden. Aber eben nur dort.

Ausgerechnet das Landwirtschaftsministerium tritt mit dieser Botschaft an die Öffentlichkeit. Über Jahre hinweg hat es alle Vorlagen des Umweltministeriums zum Herdenschutz blockiert – mit dem Ergebnis, dass der weißblaue Freistaat immer noch keinen gültigen Wolfsmanagementplan hat. Obwohl sich möglicher Weise bereits drei Rudel im Freistaat etabliert haben.

Wölfe amüsieren sich über den neuen bayerischen Holzweg (Photo Schönberger)

Damit begibt sich Bayern auf den Holzweg, genauso wie mit seinem absurden „Aktionsplan“, in dem von einem „artenschutzrechtlichen Mindesterfordernis“ die Rede ist (was kein Mensch versteht). Ich wette: Nach der Landtagswahl am 14. Oktober wird der ganze Kram dort versenkt werden, wo er hingehört: in den Müllschlucker. Armes armseliges Bayern.

Ihr