Tschechien: Wolf mit Tollwut?

Tschechien: Wolf mit Tollwut?

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25.08.2018

Im Nationalpark Riesengebirge (Krkonoše), tschechische Republik, hat eine Wölfin für viel Aufregung gesorgt. Sie hatte einen kleinen Hund angegriffen und getötet, konnte unmittelbar danach in einem Gebäude gefangen werden und wurde in den Zoo gebracht. Bei einer Blutprobe wurden Tollwut-Antikörper festgestellt. Weil die gefährliche Viruskrankheit nur durch eine Untersuchung des Gehirns sicher nachgewiesen werden kann, wurde das Tier eingeschläfert. Auf Grund der anschließenden Gehirnprobe konnte Tollwut jedoch ausgeschlossen werden. Eine offene Frage bleibt, warum das Tier Antikörper ausgebildet hatte.

Eine Möglichkeit wäre die Aufnahme von Impfködern. Dadurch ist die Tollwut in Mitteleuropa schon vor Jahren zum Erlöschen gebracht worden. In der tschechischen Republik werden jedoch seit 2010 keine Impfköder mehr ausgebracht. Man vermutet nun, dass das Tier, das wenig Scheu vor Menschen gezeigt hatte, in Gefangenschaft gehalten und gegen Tollwut geimpft worden war. Dann ist es entlaufen oder wurde freigelassen. Die genetische Analyse ergab, dass es aus der zentraleuropäischen Population stammt, wahrscheinlich aus Südwestpolen unweit der Grenze zu Sachsen.