Sachsen: Auffälliger Wolf erschossen

Sachsen: Auffälliger Wolf erschossen

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02.02.2018

Der Wolf, der am 27. und 28.12.2017 im Kreis Görlitz zwei Hunde bei Weißkeißel jeweils auf dem Grundstück ihrer Besitzer getötet hat und deshalb als verhaltensauffällig eingestuft wurde, ist am 02. Februar auf Grund einer naturschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung geschossen worden. Tags zuvor war auf dem Übungsplatz Oberlausitz eine Bracke, die sich von ihrem Begleiter entfernt und Wild verfolgt hatte, ebenfalls von einem Wolf getötet worden. Man fand sie durch das Senderhalsband, mit dem sie ausgerüstet war. Ob dieser Fall ebenfalls dem inzwischen getöteten Wolf anzulasten ist, steht noch nicht fest. Die Herkunft des kräftigen Tieres aus Westpolen ist genetisch erwiesen. Der Wolf hatte sich mehrmals auf Wildkameras ablichten lassen und litt erkennbar an Räude. Das hatte allerdings nichts mit der Entnahme zu tun.

Das Verhalten lässt sich schwer deuten. Sah der Wolf in den Hunden eine mögliche Beute? Immerhin soll er von den Kadavern gefressen haben. War er durch den Räudebefall nicht fit genug, um Wildtiere zu jagen?  War er – es ist Paarungszeit – auf der Suche nach einem Geschlechtspartner und geriet dabei an die falschen? Gut möglich. Auseinandersetzungen zwischen Wölfen sind die bedeutendsten Todesursachen, gerade während der Paarungszeit.

Uneinsichtige Wolfsfreunde waren übrigens gerade dabei, gegen die Entnahme dieses Wolfes mit einer Petition zu intervenieren. Die Meldung über den Abschuss kam ihnen zuvor.