Niedersachsen: Graue Götzen, grünes Pack

Niedersachsen: Graue Götzen, grünes Pack

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21.03.2016

Die Verlautbarungen der Interessengemeinschaft Sichere Weidewirtschaft (ISW) sind mir normaler Weise keinen Kommentar wert. Gegen so viel Hetze, Polemik und Falschheit kann man nicht anstinken. Hier mal eine Ausnahme. Lesen Sie selbst, was Peter Brandt, offenbar der Kopf der ISW, aus den Ereignissen in Wietzendorf macht. Hier sein (gekürzter) Ostergruß:   

Meine Damen und Herren, liebe Freunde, wenn wir heute verbal aus der Rolle fallen, dürfen Sie sich nicht wundern. Lesen Sie den Link und Sie verstehen unseren Zorn. Diese verdammte „Grüne Sekte“ lässt alle eigenen guten Vorsätze fallen wenn es um die Befriedigung der Ansprüche ihres „Grauen Götzen“ geht. Eine eigentlich ureigenste grüne Position, die Mutterkuhhaltung, also die weitgehend über alle Jahreszeiten gemeinsame, natürliche Haltung von Kühen mit ihren Kälbern auf den Weiden ist durch Wölfe unmöglich gemacht worden.

Mutterkuhherde.

Mutterkuhherde.

Wie weit soll das noch gehen? Fernziel leere Weiden? Massentierhaltung? Fleischfabrik? Man kann diesem verblödeten „Grünen Pack“ nur noch mit Abscheu begegnen! Weidetierhalter, wehrt Euch mit allen Mitteln ehe es noch schlimmer kommt.

Weil sie immer mehr Rinder durch die Ausbreitung des Wolfes verlieren, geben die Bauern in Wietzendorf ihre Weidetierhaltung solange auf, bis endlich Hilfe von der Politik kommt. Wie die Land & Forst berichtet, hat der Wolf in der Region seit 2013 regelmäßig, manchmal im Wochenrhythmus Kälber gerissen. Die Tiere seien inzwischen völlig panisch und wären auch durch Zäune nicht mehr zu halten (…). Topagrar.com – Lesen Sie mehr auf: http://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Bauern-schlagen-Alarm-Mutterkuhhaltung-wegen-Woelfen-nicht-mehr-moeglich-2829308.html

„Regelmäßige, manchmal im Wochenrhythmus“ gerissene Kälber? Weidetierhaltung „aufgegeben?“ Nichts, rein gar nichts weiß man davon im Wolfsbüro in Hannover. Der dort aktenkundige Stand ist folgender: Es wurden insgesamt drei Rinder auf der Weide tot aufgefunden, eins davon erst nach mehreren Tagen. In einem Fall konnte der Wolf als Täter definitiv ausgeschlossen, in den beiden anderen Fällen nicht bestätigt werden. Von Kälberverlusten, gar in „wöchentlichem Rhythmus“ und gar seit 2013, ist nichts bekannt.

Wahr ist, dass sich die Wölfe des Wietzendorfer Rudels häufig zeigen und ziemlich ungeniert auch tagsüber an den Höfen vorbei (vielleicht auch durch) laufen. Wahr ist auch, dass man sich ein aktives Monitoring wünscht, anstatt nur abzuwarten, bis wieder irgendwas vorkommt. Aber man wünscht sich inzwischen so manches in Niedersachsen …  uw