Frankreich: Neuer Managementplan für 500 Wölfe

Frankreich: Neuer Managementplan für 500 Wölfe

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Kein Vorbeikommen an Hannes Rudorfs Django!

Kein Vorbeikommen an Hannes Rudorfs Django!

05.03.2018

Frankreich hat für die kommenden sechs Jahre einen neuen Wolfsmanagementplan aufgelegt. Hier die gekürzte Zusammenfassung eines Kommentars von Nick Huisman.

In Frankreich leben zwischen 265 und 402 Wölfe (Stand März 2017). Jedes Jahr werden 10.000 Nutztiere getötet. Die Verluste durch herrenlose Hunde werden auf das Doppelte geschätzt. Der Managementplan sieht eine Kontrolle dieser Hunde vor. Weiterhin kommen jährlich etwa 120.000 Tiere auf der Weide durch andere Faktoren als Wölfe oder Hunde um. Von den insgesamt etwa 8,2 Mio Schafen und Ziegen in Frankreich töten die Wölfe jährlich etwa 0,1%.

In Anlehnung an Empfehlungen von Wissenschaftlern strebt Frankreich eine Population von 500 Tieren an. Diese Zahl wird als erforderlich für die Erhaltung der demografischen Überlebensfähigkeit angesehen, kann aber jedes Jahr angepasst werden. Für 2018 sind 40 Wölfe zum Abschuss vorgesehen. In den Jahren danach sollen jeweils 10% der Population geschossen werden. Erwähnt wird ferner, dass etwa 2% der Population Hybriden seien, die unabhängig von der jährlichen Abschussquote geschossen werden sollen.

Auf Grund wissenschaftlicher Untersuchungen wird von einer Wachstumsrate der Population von derzeit jährlich etwa 12% ausgegangen. Dies entspricht zufällig etwa der gegenwärtigen jährlichen Abschussrate. Wenn in Zukunft 10% geschossen werden und diese Quote vor Jahresende erreicht wird, kann sie um weitere 2% erhöht werden, in Einzelfällen auch um mehr. In den letzten beiden Jahren wurden die festgelegten Abschussquoten tatsächlich vor Jahresende erreicht. Das bedeutet: Es bleibt wenig Raum für ein weiteres Populationswachstum.

Weiter wird in dem Managementplan festgestellt, dass guter Herdenschutz die Schäden durch Wölfe wirksamer absenkt als Abschüsse. Allerdings stoße Herdenschutz auch an Grenzen. Die Kosten für Behirtung, Herdenschutzhunde und Zäune werden zu 80% vom Staat gedeckt, eine fachliche Risikoanalyse zu 100%. Schutzmaßnahmen werden in kombinierter Form empfohlen. Am effizientesten sei Behirtung in Kombination mit Herdenschutzhunden.

Der Wolfsplan sieht die Einrichtung eines Netzwerks für den Einsatz, die Zucht und das Training von Herdenschutzhunden vor. Die Regierung wird außerdem die Tierhalter durch Fortbildung, Ausrüstung und andere Maßnahmen unterstützen. Dazu zählen Behirtung, Elektrozäune (3 m hoch für Nachtpferche), Wachhunde und eine fachliche Risikoabschätzung. Der größte Kostenanteil wird auf die Behirtung entfallen. Die Lebensbedingungen für Hirten sollen entscheidend verbessert werden. uw