Wölfe mit lebenden Schafen angelockt?

Wölfe mit lebenden Schafen angelockt?

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20.05.2018

In Brandenburg ermittelt das Landeskriminalamt gegen zwei Jäger, die – so der Verdacht – Schafe auf einer Weide des Forstguts Johannismühle bei Baruth gehalten haben, um damit Wölfe anzulocken. Im Forstgut Johannismühle kommen nachweislich Wölfe vor.

Die Weide wurde im Herbst 2017 eingerichtet für fünf Tiroler Bergschafe, allesamt Böcke, angeblich zu dem Zweck, die seltene Rasse zu erhalten. Am 17. April 2018 wurden drei der Schafe gerissen. Die Tierschutzorganisation PETA erstattete Anzeige. Die Tierschutzorganisation behauptet, der 90 cm hohe Strom führende Elektrozaun sei lückenhaft gewesen. Die Haltung der Schafe sei zu dem Zweck erfolgt, die Wölfe anzulocken. Die Jäger, so der PETA Anwalt, wollten „die Voraussetzungen schaffen, die Wölfe legal nach der Brandenburger Wolfsverordnung töten zu können.“

Es ist absehbar, dass die Angelegenheit wegen unsicherer Beweislage eingestellt wird. Frank Feimann, Berufsjäger auf dem Gut und einer der beiden Verdächtigen, stand bereits im Jahr 2014 vor Gericht, weil er Fallen zum Fang von wildernden Huskies aufgestellt hatte. Der Verdacht, dass er damit Wölfe fangen wollte, konnte nicht bestätigt werden. So kam er mit einer Geldbuße von 2.000 Euro davon. Das Forstgut Johannismühle, zu DDR-Zeiten ein Sonderjagdgebiet der Sowjets, ist unter Kennern eher als Jagdgut bekannt, mit Gästejagd und allem, was dazu gehört. Wölfe passen nicht gut in dieses Konzept. Der Eigentümer Ewald Kösters und Frank Feimann, die nun ins Visier der Behörden geraten sind, spielen in der Anti-Wolfsszene eine prominente Rolle. Vor drei Jahren haben sie in Wettringen (Nordrhein-Westfalen) ein „internationales Wolfssymposium“ ausgerichtet, mit Teilnehmern wie Valerius Geist, Magnus Hagelstam, Wernher Gerhards, Kaj Granlund etc. Das „Symposium“ fand mehr oder weniger unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, Anmeldungen wurden abgelehnt, die Ergebnisse nie veröffentlicht. uw