Ein Wolfskenner erklärt die Wölfin von Vechta

Ein Wolfskenner erklärt die Wölfin von Vechta

2

30.10.2015 Die Wölfin von Vechta hat Wolfskenner Josef Teupe zu ein paar eigenwilligen Interpretationen des Geschehens angeregt. Ein Jäger, weiß er, habe ihr den Rüden weggeschossen, ohne die Konsequenzen zu überdenken. Jetzt sei die Wölfin läufig und auf der verzweifelten Suche nach einem neuen Partner. Daher rühre vermutlich auch ihre Aggressivität. Vier Triebe versuche der Wolf mit seinem Verhalten zu befriedigen, erklärt er – Hunger, Jagd, Beutegriff und Erlegen der Beute. „Um das zu erreichen, springt ein Wolf locker über den Zaun, wenn das der einfachste Weg zur Beute ist“, behauptet er. Da die Schafe in ihrem Pferch aber nicht

Weiterlesen

Sieben Promille – viel Luft nach oben

6

26.09.2015 Notizen aus der turnusgemäßen Plenumsbesprechung zum Wolfsmanagement in Sachsen In Sachsen sind die Jagdausübungsberechtigten durch eine Verordnung aus dem Jahr 2014 dazu verpflichtet, Wahrnehmungen der FFH-Arten Wolf, Luchs, Elch, Fischotter und Baummarder „unverzüglich“ elektronisch an die Untere Jagdbehörde zu melden. Sachsen hat deshalb vor Jahresfrist ein „Wildmonitoring“ eingeführt und etwa 80 „Wildtierbeauftragte“ dafür geschult. Bis hier her ist das löblich. Dann aber scheiden sich die Wege, und zwar am Beispiel Wolf. Anstatt die Wahrnehmungen zum Wolf umgehend an das Institut Lupus weiterzuleiten, das mit dem Monitoring der Wölfe beauftragt ist, werden sie erst mal an das Institut für Zoologie

Weiterlesen

Datenschutz für den Goldschakal

14

18.09.2015 Welch eigenartige Vorstellung man im niedersächsischen Umweltministerium zur Informationsarbeit über Wölfe hat, macht ausgerechnet ein Goldschakal deutlich. Ein Vertreter dieser Spezies ist unlängst durch eine Fotofalle nachgewiesen worden. Offiziell bekannt wurde das aber nicht. Die Frage, ob man dieses erstaunliche Ereignis der Öffentlichkeit mitteilen soll, sei „in höchsten Kreisen diskutiert“ – und abgelehnt worden. Man greift sich an den Kopf: Haben „höchste Kreise“ so viel Muße, dass sie sich mit Datenschutzfragen betreffend Canis aureus beschäftigen können? Und welcher Eingebung sind sie gefolgt, die Öffentlichkeit (einschließlich der Wolfsbetreuer, der Jäger etc.) müsse der Nachweis dieses Tieres vorenthalten werden?

Wer hat Angst vorm bösen Bock?

28

13.07.2015 Rehe verlieren zunehmend ihre Scheu vor Menschen. Diese Erfahrung musste Christiane Brandenburg bei einem Spaziergang machen. Aus dem Nichts heraus wurde sie von einem Rehbock angegriffen. Sie setzte sich beherzt zur Wehr, nahm den Bock sogar in den Schwitzkasten und versuchte, ihm den Hals umzudrehen, handelte sich aber nur eine Menge blauer Flecken ein. Sie musste aufgeben und auf einem Baum Zuflucht suchen. Aus luftiger Höhe konnte sie den wütenden Rehbock auf ihrer Handycamera festhalten, der sie mit rollenden Augen belagerte. Dazu meint Isegrim: Neueren Untersuchungen zu Folge haben die Rehe in den letzten zehn bis zwanzig Jahren deutlich

Weiterlesen

Lateinstunde bei Gert G. von Harling

109

24.06.2015 Niedersachsen hat ungefähr 140 Wolfsberater im Einsatz. Einer von ihnen ist Gert G. von Harling, ein viel gelesener Autor jagdlicher Belletristik. Vor kurzem hat er seine Ansichten über das Wolfsgeschehen in Niedersachsen zum Besten gegeben. Die Bühne dafür bot ihm die Website Wolf-nein-danke.de. Dort wird gegen Wölfe und ihre Freunde gehetzt, was das Zeug hält. Von Harling wird gewusst haben, warum er sich ausgerechnet dieses Podium für das Jägerlatein aussucht, das er über Wölfe verzapft. Einen Teil seiner Ansichten konnten Wolfsiteleser bereits unter ” Morddrohungen” kennenlernen. Hier nun einige weitere: Er könne, klagt er, den Leuten nicht erklären, warum

Weiterlesen

Bunte Blüten treibt der Mai …

11

19.05.2015 Immer mehr wählen braun – wegen der Wölfe In Sachsen befürchtet man einen Wählerzulauf bei den Braunen – wegen der Wölfe. Das verkündete allen Ernstes Jägerpräsident Dammann-Tamke in Hannover. Der Landtagspräsident von Sachsen habe ihm das gesagt. Ja geht’s noch! Wahrscheinlich sind die Wölfe auch der Anlass für die Pegida-Bewegung, die in Sachsen ihren Ursprung nahm: gegen alles Neue, Unbekannte, Ungewohnte, gegen Migranten (was Wölfe ja sind!). Isegrim als Symbolgestalt für alles Böse, das geht immer. Wie schon im finsteren Mittelalter. So einfach ist das. Was für’n Scheiß… Ein Zoodirektor will den Munsteraner Wölfen mit ausgelegten Losungshaufen von territorialen

Weiterlesen

Schleswig-Holstein: Ex-Ministerpräsident warnt vor dem Wolf

15

17.04.2015 Fast 30 Schafe hat Jan Siebels in Schierensee an Wölfe verloren. Ein herber Verlust, aber das Land, so hat der Grüne Minister Robert Habeck versichert, werde ihn entschädigen. Ex-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) sieht allerdings ganz andere Probleme. Er ist Pächter des Jagdreviers Schierensee und in großer Sorge – um die Bürger. „Wir haben mit dem Naturpark Westensee und dem Schierenseer Wald ein Naherholungsgebiet. An Wochenenden laufen dort bis zu 500 Besucher mit Kind und Hund durch. Ich rate jedem, die Wege derzeit nicht zu verlassen“, erklärt Carstensen mit Nachdruck. Ist mensch auf Wanderwegen sicher vor Wölfen, im Wald

Weiterlesen

Gefühlte Konfliktbewältigung

22

29.03.2015 Wölfe dürfen nach Ansicht von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) keine gefühlte oder echte Bedrohung in der Nähe von Wohngebieten werden. „Es kann einen Punkt geben, an dem die Wolfs-Population so groß wird, dass wir eingreifen müssen“, sagte Schmidt der „Bild“-Zeitung. Der Wolf falle zwar unter den Artenschutz, dürfe aber nicht zum Problem werden. Man hätte viel zu tun, wollte man sich jeder „gefühlten“ Bedrohung erwehren. Manche „fühlen“ Wölfe als Bedrohung, andere „fühlen“ sich bedroht durch Flüchtlinge, Andersgläubige, Menschen mit dunkler Hautfarbe und so weiter – und versammeln sich in obskuren Aufmärschen bei Pegida oder (in den USA) beim KuKluxKlan.

Weiterlesen

Eine Flugzeugkatastrophe und Wölfe

10

29.03.2015 In der Internetausgabe der WELT titelt Tim Röhn: „Donnerstagnacht, als die Bergungsarbeiten ruhten, bewachte Beaud die Absturzstelle; es gibt Wölfe in den Bergen von Blanche. Und Journalisten.“ Gott bewahre uns vor Journalisten, die meinen, das Grauen einer Flugzeugkatastrophe mit 150 Toten mit dem Hinweis auf „Wölfe in den Bergen“ noch steigern zu müssen.

Verfrühter Aprilscherz

24

20.03.2015 Das Magazin JÄGER hat wieder mal einen gelassen. Chefredakteur Lucas von Bothmer verfällt erneut seiner Obsession, dass Wölfe nicht laufen können. In der jüngsten Ausgabe seines Magazins lässt er Peter Ludowitz sage und schreibe fünf Seiten lang darüber schwadronieren, dass der Thüringer Wolf nicht zu Fuß gekommen, sondern in einer Kiste von Spremberg zum Übungsplatz Ohrdruf transportiert und ausgelassen worden sei. Was der JÄGER bzw. sein Schreiber Ludowitz (wenn es ihn gibt) zusammen phantasiert, ist eine sachliche Auseinandersetzung nicht wert. Das ist ein Schmarr‘n sondergleichen. Lucas von Bothmer war vor Jahresfrist die Lachnummer unter Kollegen, weil er steif und

Weiterlesen