Gegenrede: Wozu braucht der Wolf den Jäger?

Gegenrede: Wozu braucht der Wolf den Jäger?

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Mit seinem düsteren Szenario vom menschenleeren Wald betreibt Jägerpräsident Dr. Vocke nichts als Panikmache. Er sollte einmal zum Schwammerlsuchen nach Sachsen oder Brandenburg fahren. Da würde er Augen machen, wie viele Leute sich da im Walde tummeln. Sind Sachsen und Brandenburger also mutiger als Bayern? Ich glaube kaum. Auch Joggern, Bikern und sogar Müttern mit Kindern begegne ich dort in freier Natur regelmäßig. Der Bürgermeister von Rietschen – die Gemeinde liegt im Territorium des Daubitzer Rudels – lobt die Wölfe sogar als Geschenk des Himmels, weil sein entlegener Ort nun spürbar vom Wolfstourismus profitiert. Der Jägerpräsident liegt auch daneben, wenn

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Einseitige Gratwanderung: Reinhold Beckmanns Beitrag über Wölfe

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07.09.2015 Zur besten Sendezeit, um 20:15 Uhr, setzte sich Reinhold Beckmann in der ARD mit den Wölfen auseinander. Hier die Meinung dazu von Dr. Christof Schenck: Das war kein guter journalistischer Stil, sondern ein Eiertanz und nicht einmal originell. Als Journalist sollte man entweder klar Position beziehen und diese dann gut untermauern und begründen, oder man präsentiert zu einem kontroversen Thema wie diesem eben beide Seiten und überlässt es dem Zuschauer, sich seine eigene Meinung zu bilden. Weder das eine noch das andere ist Beckmann gelungen – und war wohl auch nicht seine Absicht. Mit seiner Gratwanderung, den Wolfsgegnern Recht

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Die Angst von Stefan Aust vorm bösen Wolf

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16.09.2015 „Wenn die Politik den Spuk nicht stoppt, wird das umhegte Kuscheltier wieder zum großen bösen Wolf, hungrig und damit gefährlich – wie es so seine Art ist.“ Mit Spuk meint der bekannte Journalist und Herausgeber der Wochenzeitung WELT Stefan Aust die spontane Rückkehr der Wölfe. Einen Spuk, den unsere Naturschutzgesetze ausdrücklich wünschen, sonst wäre der Wolf ja nicht streng geschützt. Einen Spuk, den sich die Europäische Union auf die Fahnen geschrieben hat. Was treibt Stefan Aust um, dass er auf großer Plattform über die Wölfe und ihre Freunde herfällt? Nichts Neues treibt ihn um, sondern die alten und ein

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Fuhrs Hund

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15.09.2015 (Auszug – den vollständigen Artikel finden Sie unter http://www.welt.de/print/wams/wissen/article146343911/Fuhrs-Hund.html). Wenn Sie mehr über den politischen Hintergrund erfahren wollen, vor dem sich das Wolfsgeschehen abspielt, sollten Sie http://www.welt.de/debatte/article146514716/Jaeger-fuerchten-um-die-Vorherrschaft-im-deutschen-Wald.html unbedingt lesen. Viko (das ist „Fuhrs Hund“) und ich waren in letzter Zeit ein wenig verwundert darüber, dass das Medienrauschen um die deutschen Wölfe immer lauter wurde, obwohl die Wölfe, bis auf eine Attacke auf eine Schafherde in Sachsen, sich seit Monaten ziemlich unauffällig verhalten. Sie lassen sich nicht mehr in der Nähe von Waldkindergärten blicken, laufen nicht mehr durch Siedlungen und reißen auch keine Schoßhunde von der Leine, wie ihnen unterstellt

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Wer darf dem Wolf ans Fell?

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07.08.2015 Leserbrief an den WESER KURIER auf den gleichnamigen Artikel von Lutz Wetzel am 02.08.2015 sowie im online-Portal. Lutz Wetzel irrt, wenn er meint, der Fang der beiden Wölfe in Munster sei ein „genehmigungspflichtiger Tierversuch“ gewesen. Die Materie „Tierversuch“ ist in der EU-Richtlinie 2010/63/EU vom 22.09.2010 geregelt. Die Richtlinie gilt lt. Art. 1 (5e) ausdrücklich nicht für „Praktiken, die hauptsächlich zum Zwecke der Identifizierung eines Tieres angewandt werden.“ Genau dazu diente der Fang mit anschließender Besenderung der beiden Wölfe. Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) hat zwar Recht damit, dass „das Ausstatten von Wildtieren mit einem Sender zur

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Mit dem Wolf tanzt man nicht – von Michaela Weber-Herrmann

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29.07.2015 Wem die Polemik auf die Nerven geht, die Wolfsfreunden aus Kreisen von Jägern und Nutztierhaltern derzeit entgegen schlägt, dem sei ein Blick in die Reiter-Revue empfohlen. Gleich drei Seiten widmet die Augustausgabe dem Thema Wolf, und man reibt sich erstaunt die Augen: So kann man sich konstruktive Gespräche über Wölfe vorstellen. Lesen Sie selbst! Zwei weitere Seiten enthalten ein Interview mit U. Wotschikowsky, das ich hier nicht wiedergebe. uw  

Schießen! Sofort schießen!

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11.07.2015 Ein Interview der TAZ mit Reinhard Jung, Geschäftsführer des Bauernbunds Brandenburg. Ein Kommentar erübrigt sich. taz: Herr Jung, der Wolf breitet sich immer weiter aus. Ihre Heimat Brandenburg ist das Bundesland mit dem größten Wolfsrevier. Wie sollte man mit dem Tier umgehen? Reinhard Jung: Schießen! Sofort schießen! Es gibt in Brandenburg 60.000 Hektar Totalreservate, munitions- oder bergbaugeschädigte Sperrgebiete – das reicht doch für den Wolf. Wenn nicht, haben wir ja noch Potsdam und Berlin, da ist die Akzeptanz am größten (lacht). Bei uns auf dem Land wollen wir ihn jedenfalls nicht haben. Was haben Sie denn gegen den Wolf?

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Das Positionspapier des DJV zur Rückkehr des Wolfes

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05.07.2015 Der Deutsche Jagdverband e.V. (DJV) hat anlässlich seiner Bundesjägertagung am 19.06.2015 in Dresden ein Positionspapier zur Rückkehr des Wolfes nach Deutschland herausgegeben. Hier der ungekürzte Wortlaut des Papiers mit Kommentaren von Ulrich Wotschikowsky (in kursiver Schrift. Die Ziffern stellen den Bezug zwischen Originaltext und Kommentar her). Siehe auch Lasst den Wolf wiederkommen, überall. Der Wolf war früher in ganz Europa verbreitet. Nachdem er vom 18. bis zum 20. Jahrhundert in West- und Mitteleuropa aufgrund vieler Konflikte mit dem Menschen in vielen Gebieten durch Verfolgung ausgerottet oder auf wenige, isolierte Vorkommen zurück gedrängt wurde, gab es im Jahr 2000 wieder

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Morddrohungen? Die Wolfsattacke – viele offene Fragen

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26.05.2015 Leserbrief von Ulrich Wotschikowsky an die Deutsche Jagdzeitung zum Bericht „Morddrohungen nach Wolfsattacke“ in Nr. 5/2015 Mir sind bei dieser „Wolfsattacke“ drei Dinge aufgefallen. Nr. 1, dass der „Angriff“ des Wolfes, so wie er von Ralf K. geschildert wird, keinerlei Ähnlichkeit hat mit dem, wie man sich einen Wolfsangriff vorzustellen hat. Nr. 2, dass der „erfahrene Schießausbilder“ Ralf K. eine sehr ungewöhnliche, um nicht zu sagen dilettantische Art bevorzugt, seine Pistole zu tragen – nämlich in der Manteltasche, wo er sie (beim Absteigen vom Hochsitz!) festhalten muss, damit sie nicht herausfällt. Und Nr. 3 – es übersteigt meine Vorstellungskraft,

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Marc Henrichmann: Jäger sind die besseren Wölfe

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17.04.2015 (Auszüge aus einem Interview des Internetforums „Natürlich Jagd“ mit dem Geschäftsführer der Jägerstiftung natur+mensch Marc Henrichmann, Rechtsanwalt und Kommunalpolitiker, CDU) Herr Henrichmann, die Sichtungen von Wölfen in Deutschland nehmen zu. Freuen Sie sich über die Rückkehr? Selbstverständlich betrachten wir Jäger den Wolf als eine Bereicherung für unsere heimische Tierwelt (…)  Wir sollten allerdings aus meiner Sicht einen Unterschied machen zwischen „Freude“ über die Rückkehr und „Akzeptanz“.   Ist der Wolf in Deutschland zu einer Bedrohung für den Menschen geworden? Gefährlich wird es, wenn die Tiere plötzlich ohne Scheu vor dem Menschen umherziehen. Nach den Vorkommnissen aus der letzten Zeit

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Der Realität ins Auge – von Werner Schmitz

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16.04.2015 Wenn ich in der Jagdhütte bin, lese ich, um zu wissen, wie der Moselaner tickt, den „Trierischen Volksfreund“. Oft steht in diesem Traditionsblatt etwas über die Jagd, denn wegen der Wilddichten und -schäden gibt es viel Streit. Vor zwei Jahren ließ sich zum Beispiel das Revier Bettenfeld nicht mehr verpachten, weil bis zu 100.000 Euro Wildschäden pro Jahr anfielen. Bettenfeld liegt im Kreis Bernkastel-Wittlich. Dessen Weidmänner hatten gerade Jahreshauptversammlung, las ich jetzt im „Volksfreund“. Und worüber erregten sich meine Brüder in Huberto? Über den Wolf. Den gibt es in Rheinland-Pfalz noch nicht. Damit das so bleibt, erhoben die Jäger

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Die Wölfe kommen – zum Artikel in der ZEIT vom 1. April 2015

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06.04.2015 Nein, es ist kein Aprilscherz. Endlich hat nun auch das renommierte Wochenblatt DIE ZEIT mitbekommen, dass wir in Deutschland wieder Wölfe haben. Zweieinhalb Seiten, viel Platz bei diesem Großformat, widmet sie ihnen in ihrer Ausgabe vom 1.April – das heißt: den Ereignissen der letzten Wochen in Niedersachsen. Vor allem der Waldkindergarten in Goldenstedt, wo nachts ein Wolf gesehen worden sein soll, hat es dem Autor Stefan Willeke angetan. Damit will er gar nicht aufhören, Satz für Satz völlig belangloser „Information“ reiht er aneinander – es könne „22:15 Uhr, vielleicht ein paar Minuten eher, vielleicht ein paar Minuten später“ gewesen

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Werner Schmitz: Den Ball flach halten

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31.03.2015 Als ich die Bilder des durch Vororte in Niedersachsen und Holland wandernden Wolfs sah, fiel mir Timis wieder ein. Timis war eine rumänische Wölfin, die vor 16 Jahren in Siebenbürgen gefangen und besendert wurde. Timis zog ihre Welpen in einer Wurfhöhle am Rand der Stadt Brasov groß. Zum Jagen ging sie nachts oft auf die städtische Müllkippe und in den Brasover Zoo. In den Morgenstunden kehrte Timis aus der Stadt zu ihren Welpen zurück. Sie querte Straßen, lief an Haltestellen vorbei, wo Menschen auf den Bus warteten. Ich habe darüber seinerzeit im STERN  (Heft 37/2000, S. 70 ff.) geschrieben.

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Eckhard Fuhr: Deutungshoheit ist Machtgehabe

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04.03.2015 In dem Beitrag von Klaus Bullerjahn hat mich ein Begriff hellhörig gemacht: Deutungshoheit. Wer um politische Macht kämpft, der kämpft um Deutungshoheit. Oder anders: Deutungshoheit ist die Währung politischer Macht. Wollen wir die Diskussion um den angemessenen Umgang mit den Wölfen wirklich zu einem Machtspiel machen? Keine Seite, weder die bedingungslosen Wolfsfreunde noch die Wolfsskeptiker oder gar die Wolfshasser, weder die Wildbiologen und sonstigen Experten noch die Beamten in den Naturschutzverwaltungen, niemand kann für sich beanspruchen, die „Wahrheit“ über die Wölfe in Mitteleuropa zu kennen. Niemand kann sicher vorhersagen, wie sich das Verhalten dieser Wölfe entwickeln wird. Das liegt

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Ulrich Diezmann: Wer schützt uns vor dem NABU?

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08.03.2015 Wer schützt die Öffentlichkeit eigentlich vor den Märchen, die der NABU mittels seiner Wolfsberater, einer Werbeagentur, seiner Facebook-Seite und Kampagnen „Willkommen Wolf“ und „Rotkäppchen lügt“ landauf – landab verbreitet? Seit über zehn Jahren vermehren sich die Wölfe sehr erfolgreich, ganz allein, ausgehend von der sächsischen Lausitz. Es gibt eine ganze Menge seriöse und wissenschaftlich arbeitende Fachleute zu diesem Themenkomplex. Der NABU mit seinen Aktivisten gehört aufgrund seiner öffentlichen Verlautbarungen sicherlich nicht zu diesem Kreis. Wölfe werden landauf – landab gelobt, als hochsozial, effektiv, anpassungs- und lernfähig, zu Recht, wenn man, mit dem notwendigen Hintergrundwissen ausgestattet, die Entwicklung betrachtet. Jetzt

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