Verblödet oder Kalkül

Verblödet oder Kalkül

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03.02.2017 Freundlicher Weise versorgt mich Peter Brandt ungebeten, aber regelmäßig mit Mitteilungen der Interessengemeinschaft Sichere Weidewirtschaft (IGW). Die IGW nennt sich Info-Plattform. Der Informationsgehalt ist dürftig, die Sprache gewöhnungsbedürftig. Menschen, die sich für Wölfe einsetzen, sind „unterbelichtet“, „verblödet“, „Gehirn-gewaschen“, sie sitzen „auf einer gut dotierten Stelle“ und so weiter. Ich bin einer von diesen unterbelichteten, verblödeten, Gehirn-Gewaschenen. Normaler Weise finden Pamphlete wie die der IGW keinen Platz auf Wolfsite, aber ausnahmsweise sollen Sie, verehrte Leser, einmal einen Eindruck davon bekommen, in welchem Stil manche Wolfsgegner vom Leder ziehen. Hier ein Auszug aus einem aktuellen Text der IGW: Am 1. Februar

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In der Wolfspolitik haben Fakten einen schweren Stand – von Eckhard Fuhr

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13.01.2017 In der Wolfspolitik steckt erhebliches Konfliktpotenzial. Der Landwirtschaftsminister jedenfalls fordert Obergrenzen. Es ist an der Zeit, dass die Kanzlerin ein energisches „Wir schaffen das“ spricht. Diese Woche ist in der Bundesregierung ein neuer Streit um Obergrenzen ausgebrochen. Nachdem Landwirtschaftsminister Christian Schmidt mit markigen Worten („Es ist Zeit zu handeln!“) dazu aufgerufen hatte, die Willkommenskultur zu beenden, hat sich nun Umweltministerin Barbara Hendricks entschieden vor die Zuwanderer gestellt. Die tragen einen grauen Pelz und fressen manchmal Schafe. Schmidt meint, das könne so nicht weitergehen. Eine „begrenzte Abschussfreigabe“ sei angezeigt. Hendricks erwidert, dass man auch heute schon ohne pauschale Abschussfreigabe einschreiten

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Der Wolf in postfaktischen Zeiten – von Joachim Hagen, NDR

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13.12.2016 Die Angst vor dem Wolf ist zurück. Neuester Anlass ist eine angebliche Wolfsattacke im niedersächsischen Landkreis Uelzen. 23 Damhirsche wurden getötet. Aber stimmt das eigentlich? Kann man solchen Meldungen in postfaktischen Zeiten noch trauen? Klar, der Wolf ist schuld – wie immer. Angeblich soll sogar der Wolfsberater gesagt haben, dass die Spuren auf eine Wolfsattacke hindeuten. Also: kurzer Prozess. Der Wolf gehört erschossen. Eine Gefahr für rechtschaffende Damwild-Züchter. Deutschland ist kein Ort für Wölfe. Kein Wort davon, dass der Zaun nicht tief genug war und sich die Angreifer unter dem Zaun durchgraben konnten. Die 23 Hirsche konnten noch nicht

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Die Dresdner Resolution von CDU und CSU

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14.11.2016 Die umweltpolitischen Sprecher der Fraktionen von CDU und CSU im Bund und den Ländern haben in Dresden die folgende Resolution verabschiedet. Wolfsite gibt sie ungekürzt wieder. Hervorhebungen durch Unterstreichung und Kommentare dazu (in kursiv) sind von Ulrich Wotschikowsky. Praxistaugliches Wolfsmanagement in den Ländern und im Bund ermöglichen Seit dem Jahr 2000 breiten sich die Wölfe von Sachsen und Brandenburg in Richtung Nordwesten weiter aus. Heute kann man davon ausgehen, dass der Wolf in der ganzen Bundesrepublik vertreten ist. Aktuell sind in Deutschland 46 und darüber hinaus im Westen Polens 56 Wolfsrudel nachgewiesen. Diese sehr dynamische Entwicklung mit einer jährlichen

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Der Wolf in Deutschland: Ideologien und Fakten

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06.09.2016 Bernd Krewer äußert sich im Internetportal Outfox World über die aktuelle Wolfspolitik in Deutschland. Ulrich Wotschikowsky nimmt anschließend dazu Stellung. http://www.outfox-world.de/blog/gastbeitrag-der-wolf-in-deutschland-ideologien-und-fakten.html „Der Wolf ist nach Deutschland zurückgekehrt.“ Was die Naturschützer enthusiastisch bejubeln, erfüllt die Schaf- und Mutterkuh-Halter mit großer Sorge. Auch der Großteil der Jäger in Deutschland sieht die „Heimkehr“ des Wolfes eher skeptisch. Die Jäger ärgert besonders die bevorzugte Behandlung des Wolfes gegenüber den in Deutschland heimischen übrigen Wildarten. Stellvertretend für die wiederkäuenden Schalenwildarten (ausgenommen das Reh) möchte ich in dieser Gegenüberstellung den Rothirsch dem Wolf gegenüberstellen. Das Rotwild darf nur in behördlich ausgewiesenen Regionen leben. Verlässt es diese,

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Herr Krewer möchte gebeten werden

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15.09.2016 Eine Erwiderung auf Bernd Krewer von Ulrich Wotschikowsky. Es ist schwer verständlich, was Bernd Krewer mit seiner „Gegenüberstellung“ von Rothirsch und Wolf bezweckt: Sollen wir mit dem Wolf ebenso umgehen wie mit dem Rothirsch? Oder aber ganz anders? Krewer stellt den Umgang mit dem Rothirsch positiv dar, den mit dem Wolf negativ. Das kann man auch ganz anders sehen. Krewer beklagt die „bevorzugte“ Behandlung des Wolfes. Eine solche wird auch anderen Arten zuteil, etwa Raufußhühnern, Großtrappe und Kranich, den Greifvögeln, Luchs und Wildkatze – zu Recht, weil sie eines besonderen Schutzes bedürfen und / oder weil wegen ihrer geringen

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Plädoyer für den echten Wolf von Valerius Geist

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18.06.2016 Valerius Geist, 78, emeritierter Professor für Wildbiologie an der Universität Calgary, meldet sich erneut in der europäischen bzw. deutschen „Wolfspolitik“ zu Wort. Kommentare dazu von Ulrich Wotschikowsky in kursiver grüner Schrift. Der Wolf, den man nördlich der großen eurasischen Ost-West verlaufenden Gebirgsketten findet, und der über Sibirien nach Nordamerika kam, ist aus ökologischer Sicht ein Schneehund. Er ist angepasst an eine Landschaft, die großflächig in langen Wintern mit Schnee und Eis sowie im Frühling, Sommer und Herbst mit Wasser und Sümpfen bedeckt ist und von vielen Bächen und Strömen durchfurcht wird. Dieser Wolf muss somit nicht nur in weichem,

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Das ZDF – auf dem zweiten Auge blind

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19.06.2016 Christof Schenck, Geschäftsführer der Frankfurter Zoologischen Gesellschaft, kommentiert eine Sendung des ZDF über Wölfe. Bereits zum zweiten Mal wird im öffentlichen Fernsehen eine völlig einseitige Reportage zum Thema „Wölfe in Deutschland“ präsentiert. Erst von Beckmann in der ARD, nun vom ZDF, am Sonntag, 19.06., 18:00, zur besten Sendezeit und bei Dauerregen – da bleibt der Grill kalt und zum Tatort ist noch genug Zeit. Da kommt der Wolf gerade richtig an die Haustüre. Schon die ersten Minuten lassen aufhorchen. Da wird einem Schäfer, der gerade liebevoll ein Lamm auf den Arm nimmt und dessen Bluetooth-Stecker im Ohr Modernität suggeriert, viel Sendezeit gegeben. Hinterhältig

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Rettender Abschuss?

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25.05.2016 Unter dem obigen Titel befasst sich die Wochenzeitung DIE ZEIT mit der Frage, ob eine Bejagung von Wölfen die illegale Nachstellung eindämmen könnte. Wolfsite zitiert den Artikel in Auszügen. Der Plan klingt abenteuerlich: Um Wölfe zu schützen, schießt man am besten ein paar von ihnen ab. Weniger Tiere verursachen weniger Schäden, und das lässt Schäfer, Bauern und Hundebesitzer ruhiger schlafen. So argumentieren viele Jäger. Aber auch Naturschutzbehörden, etwa in den USA, Finnland oder Lettland, finden Gefallen an der Idee. In einer aktuellen Studie (Proceedings of the Royal Society B) haben Adrian Treves von der University of Wisconsin und Guillaume

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Prof. Dr. Michael Stubbe: “Raubtier Wolf gehört ins Jagdrecht“

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04.04.2016 Angesichts der zunehmenden Verluste von Weidevieh durch Wölfe hat sich nun der renommierte Wissenschaftler Prof. Dr. Michael Stubbe eingeschaltet. Der erklärte Kritiker der aktuellen Zustände fordert eine Lockerung der Schutzregeln für den Wolf. „Die Herrschaften sind noch immer nicht aufgewacht. Das Raubtier breitet sich ungebremst aus, und das auf Kosten anderer Arten und des Menschen.“ Isegrim gehöre endlich ins Jagdrecht und müsse im dicht besiedelten Europa möglichst klein gehalten werden. „Der Wolf ist ein herrliches Tier, unbestritten. Wir sind für den Wolf, aber nur in einer bestimmten Größenordnung“, betont der Vorsitzende der Gesellschaft für Wildtier- und Jagdforschung mit Sitz

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MT6 hätte nicht sterben müssen

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27.04.2016 Es war richtig, MT6 zu eliminieren. Dennoch hätte der Tod des jungen Wolfsrüden vermieden werden können. Sein Schicksal war spätestens seit Sommer 2015 absehbar, als er mit einem Sender ausgerüstet, aber nicht vergrämt worden war. Wölfe kommen nicht als gefährliche Tiere zur Welt, sondern sie durchlaufen einen Verhaltensprozess, an dessen Ende sie in aller Regel scheu sind und den Menschen aus dem Wege gehen. So steht es in allen Merkblättern, und so ist es – wie gesagt: in aller Regel. Aber keine Regel ohne Ausnahme. Warum Wildtiere stets so etwas wie eine „Grundscheu“ gegenüber Menschen entwickeln, ist mir noch

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Wotschikowsky zur Kritik von WÖLFE Fakten und zu Facebook-Einträgen

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31.03.2016 Kern der Kritik von Wölfe Fakten sind Zweifel an den Feststellungen des Wolfsmonitorings. Es gebe „keinen einzigen Beweis für diese angeblichen Nahbegegnungen“, und deshalb auch nicht die von mir behauptete „untypisch geringe Distanz zu Menschen.“ Ich hätte die Fakten vor Ort überprüfen sollen. Zunächst ein Blick zurück: Nahbegegnungen des Munsterrudels mit Menschen vor einem Jahr (!) waren überhaupt der Anlass, Tiere dieses Rudels zu besendern und zwar als Voraussetzung einer Vergrämung. Die Besenderung gelang im Juni 2015 mit MT6 (einem Jährlingsrüden) und FT10 (einer Jährlingsfähe). Die Vergrämung jedoch, die nach meinem (aber vielleicht nur meinem) Verständnis unmittelbar danach hätte

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WÖLFE Fakten: Stellungnahme zu „Wann macht man endlich Ernst mit MT6?“

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26.03.2016 WARUM, sehr geehrter Herr Wotschikowsky, sollte man mit MT6 denn nun schon wieder ERNST machen und vor allem, wie stellen Sie sich das genau vor? Dass ein Mensch Ihres Formats, immerhin sind Sie ja „Wolfsexperte“, normalerweise ohne Emotionen mit dem Thema Wolf umgeht, steht hier außer Frage. Man sollte allerdings von Ihnen als Wildbiologe, Jäger, studiertem Förster und Wolfsexperte erwarten können, dass Sie sich mit der Thematik MT6 kritisch und sachlich auseinander setzen. Zumindest hätten Sie die Fakten der angeblichen Wolfs-Nahbegegnungen von MT6 überprüfen sollen. Stattdessen springen Sie anscheinend ohne genaue Überprüfung auf den Zug derer auf, die diesen

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Wölfe und Jäger – Sichtweisen in Bayern

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06./07./08.11.2015 Im bayerischen Oberfranken ist ein Wolf gesehen worden. Ob es ein Wolf war, ist nicht sicher, aber die Wogen schlugen sofort hoch. In einem Akademiegespräch in Kulmbach hat sich der Präsident des Landesjagdverbandes Prof. Dr. Vocke dazu geäußert: „Wenn der Wolf in unseren Wäldern wieder heimisch wird, haben wir schlagartig keine Jogger, keine Geocatcher und keine Mütter mit Kindern mehr im Wald. Darauf gebe ich Ihnen mein Wort.“ Heike Hampl vom Nordbayerischen Kurier hat darüber am 06.11. berichtet und am 07./08. den nachfolgenden Kommentar verfasst. Ulrich Wotschikowsky schrieb die Gegenrede.

Der Wolf braucht den Jäger

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Von Heike Hampl          Neue Zahlen belegen: Es gibt immer mehr Wölfe in Deutschland. Das Zusammenleben mit dem Wolf ist möglich. Aber es ist bedenklich, dass viele Menschen den Wolf verehren. So sehr, dass sie vergessen, dass mit ihm auch Probleme einhergehen. Probleme, die man dulden kann. Aber mit denen man lernen muss, umzugehen. Der Wolf ist ein Raubtier, er frisst Wildtiere und Nutztiere wie Schafe oder Ziegen. Ein Problem, mit dem zum Beispiel die Rumänen umgehen können. Sie bewachen ihre Herden teils rund um die Uhr. Das ist in Niedriglohnländern einfacher als in Deutschland. Die Rumänen

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