Schweiz: fünfte Generation im Calandarudel

Schweiz: fünfte Generation im Calandarudel

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24.08.2016

Das einzige Wolfsrudel der Schweiz, das bekannte Calandarudel im Grenzraum der Kantone St. Gallen und Graubünden, zieht zum fünften Mal in Folge Welpen auf. Sechs Jungtiere sind auf dem schwach belichteten Bild einer Wildkamera zu erkennen.

Die Calandawölfe haben sich im Winter wiederholt in der Nähe von Siedlungen gezeigt. Dort stellen sie dem Rotwild nach, das bei Schneelage die Täler aufsucht und dabei nahe der Dörfer bleibt, wo man es am hellen Tag und nur wenig scheu beobachten kann. Die geringe Scheu hängt mit der kurzen Jagdzeit der Schweizerischen Patentjagd zusammen. Sie dauert nur drei Wochen im September, den Rest des Jahres muss das Wild den Menschen nicht fürchten. Wildfütterungen gibt es nicht, das Wild versorgt sich selbst, manchmal auch an den Komposthäfen in Hausgärten. So wiederum kommen die Wölfe, die dem Rotwild folgen, den Menschen recht nahe. Im vergangenen Jahr sollte die kantonale Wildhut dennoch zwei Wölfe schießen, um die Scheu des Rudels zu verstärken, allerdings unter strikten Bedingungen: Nur Jungwölfe, nur bei unmittelbarer Anwesenheit des gesamten Rudels (Lerneffekt!), und nur in der Nähe von Menschen (dito). Wegen des schneearmen Winters blieb aber das Rotwild und damit auch das Wolfsrudel in den Bergen. Kein Wolf wurde geschossen.