Hybriden in Tschechien

Hybriden in Tschechien

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16.06.2017

Nur einer der immer wieder fotografierten und gefilmten Tiere im Schluckenauer Zipfel ist tatsächlich ein Wolf: Die Mutter der kleinen Familie. Der Vater ist ein Hund, wie das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ jetzt unter Berufung auf genetische Untersuchungen der Prager Charles-Universität und des deutschen Labors für Naturschutzgenetik am Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen mitteilte. Demnach sind die drei Jungtiere aus der Region Rumburk (Rumburg) Mischlinge beziehungsweise Hybriden. Zwei der Jungtiere sind bereits tot. Einer starb bei einem Autounfall, der Zweite wurde von einem Jäger erlegt. Das tschechische Umweltministerium habe die örtlichen Jäger mit dem Abschuss des dritten Tieres beauftragt. Grund dafür ist der Artenschutz. Wildtier-Haustier-Mischlinge werden in der Regel aus der Natur entfernt, um eine Ausbreitung der Haustiergene in der Wildpopulation zu verhindern. Da Mischlinge rechtlich dem strenger geschützten Elterntier, in diesem Falle also dem Wolf, gleichgestellt sind, ist für ihre Entnahme aus der Natur in der Regel eine naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung erforderlich. Die Gleichstellung dient in erster Linie dazu, reinrassige Individuen vor einem versehentlichen Abschuss zu bewahren.