Der Wolf braucht den Jäger

Der Wolf braucht den Jäger

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Von Heike Hampl         

Heike Hampl

Neue Zahlen belegen: Es gibt immer mehr Wölfe in Deutschland. Das Zusammenleben mit dem Wolf ist möglich. Aber es ist bedenklich, dass viele Menschen den Wolf verehren. So sehr, dass sie vergessen, dass mit ihm auch Probleme einhergehen. Probleme, die man dulden kann. Aber mit denen man lernen muss, umzugehen.

Der Wolf ist ein Raubtier, er frisst Wildtiere und Nutztiere wie Schafe oder Ziegen. Ein Problem, mit dem zum Beispiel die Rumänen umgehen können. Sie bewachen ihre Herden teils rund um die Uhr. Das ist in Niedriglohnländern einfacher als in Deutschland. Die Rumänen führen auch gute Herdenschutzhunde. Rassen, die es mit dem Wolf aufnehmen können. Die allerdings keine Streichelhündchen fürs Sofa sind. Der Präsident des Bayerischen Jagdverbandes, Jürgen Vocke, hat Recht, wenn er sagt, dass dieses Wissen bei den deutschen Nutztierhaltern fehlt.

Weidetierhalter sind auch Opfer der Diskussion. Sie sind diejenigen, die an den Pranger gestellt werden, weil sie der Ansiedelung des Raubtieres skeptisch gegenüberstehen. Die Risiken für Weidetierhalter werden unkalkulierbar, wenn die Zahl der Wölfe weiter wächst. Biologen aus Sachsen erwarten, dass bald auch der Süden der Republik Wolfsland wird.

Die betroffenen Landwirte brauchen die Sicherheit, dass jemand für den Schaden aufkommt, den der Wolf anrichtet.

Bisher steckt in der Debatte um den Wolf zu viel Emotion. Für die Menschen ist der Wald zum Sehnsuchtsort geworden, der Wolf zum Symbol des Abenteuers und der Freiheit. Und weil so viele Gefühle im Spiel sind, ist das Thema Wolfsabschuss tabu.

Die Jäger sind zum Feindbild der Wolfsfans geworden. Blinde Tötungswut und Beuteneid sei deren Motivation. Dabei sind es die Jäger, die wir brauchen werden, wenn es darum geht, den Wolf zu integrieren. In Ostdeutschland beteiligen sich die Jäger aktiv am Wolfsmonitoring. Sie sind es, die Sorge dafür tragen können, dass die Wölfe ihre Scheu bewahren. Eine Scheu, die den Menschen schützt. Und die Jäger sind es auch, die beurteilen können, ob ein Wolf sich auffällig verhält. Und ob es am Ende nicht doch sicherer ist, das Tier zu töten.